Leukopenie

Bei einer Leukopenie ist die Anzahl der Leukozyten im Blut geringer als 4.000 pro Mikroliter Blut. Der Name Leukopenie ist eine geläufige Abkürzung für Leukozytopenie. Grundsätzlich gibt es im menschlichen Blut verschiedene Arten von Blutteilchen. Dazu gehören die Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und die sogenannten Blutplättchen.

Blutbahn mit Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten

Leukopenie:
durch stark verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen

Leukozyten durchlaufen im Organismus verschiedene Stadien der Entwicklung. Dabei finden die Leukozyten unterschiedliche Bezeichnungen. Die grundlegenden Formen sind Granulozytopenie, die auch als Neutropenie bezeichnet wird, sowie die Lymphozytopenie.

Bekanntermaßen haben Bluterkrankungen ganz unterschiedliche Ursachen. Darunter gibt es Fälle, bei denen durch Faktoren der Umgebung die Anzahl der Leukozyten bedrohlich niedrig wurde. Das gilt insbesondere bei der Kontamination des Körpers mit erhöhter radioaktiver Strahlung oder Umweltgiften.

Darüber hinaus ist eine Leukopenie oftmals die Folge bestimmter medikamentöser Behandlungen. Bekannt ist das Auftreten der Krankheit nach einer medikamentös durchgeführten Chemotherapie. Auch Neuroleptika, wie Clozapin können ursächlich sein. Thiamazol, ein Medikament zur Regulierung der Schilddrüse bei einer Schilddrüsenüberfunktion, ist möglicherweise eine Mitursache.

Leukozytopenie

Grundsätzlich ziehen Mediziner viele Blut- und Gewebekrankheiten als Grund für diese Erkrankung in Betracht. Weiterhin stehen aufgenommene Allergene in Verdacht, im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Leukopenie zu stehen.

Dies ist insbesondere bei einer Vergrößerung der Milz der Fall. Vorausgegangene Erkrankungen, wie Masern, Röteln oder Mumps sind mögliche Mitverursacher der Erkrankung. Eine derart starke Verminderung von Granulozyten, wie bei einer Leukopenie ist besonders als Folge von starken Entzündungen im Körper die Konsequenz.

Leukopenie Symptome

Symptome bei zu wenig Leukozyten

Liegt die Anzahl der als Leukozyten bezeichneten weißen Blutkörperchen unterhalb des Normwerts, sprechen die Ärzte von einer Leukopenie. Hierbei zeigen sich vielfältige Ursachen, die eine niedrige Konzentration der weißen Blutzellen verursachen. Vorwiegend sind es bei einer Leukopenie die Granulozyten, deren Zahl sich verringert. Somit zeigen sich bei zu wenig Leukozyten die Symptome vorerst in allgemeinen Krankheitszeichen. Befindet sich eine verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen im Organismus, leiden die Betroffenen an einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.

 

Die Symptome der Leukopenie zusammengefasst

Im Blut der Leukopenie-Patienten findet der Arzt eine geringere Zahl der weißen Blutzellen als im Normalfall. Beispielsweise tritt die Leukopenie nach einer länger anhaltenden Infektion auf, da der Körper die Nachproduktion der Leukozyten nicht schafft.

Durch das Fehlen der weißen Blutkörperchen besteht die Gefahr einer höheren Infektions-Anfälligkeit. Zudem sorgen zu wenig Leukozyten für Symptome, die allgemeinen Krankheitszeichen gleichen. In den Bereich gehört beispielsweise eine erhöhte Körpertemperatur. Die Schwere der Merkmale hängt von der Dauer der Leukopenie ab.

 

Zu wenig Leukozyten und Symptome stehen in Zusammenhang

Es existieren vielfältige Gründe für eine niedrige Anzahl der weißen Blutkörperchen. Vorwiegend sorgen virale Infektionen für eine temporäre Überproduktion der Leukozyten. In der Folge besteht für den Organismus keine Möglichkeit, die Bildung der weißen Blutzellen über einen längeren Zeitraum in der Intensität aufrechtzuerhalten. Dadurch verringert sich die Zahl der weißen Blutkörperchen. Vorwiegend betrifft die Leukopenie in dem Fall die als Fresszellen bezeichneten Granulozyten.

Jedoch verringert sich die Konzentration der Granulozyten gleichzeitig bei einer Gabe bestimmter Medikamente. Diese kommen beispielsweise im Zuge einer Chemotherapie zum Einsatz. Um hierbei den Rückgang der Granulozyten zu dämmen, verwenden die Ärzte Wirkstoffe, welche die Leukopenie aufhalten. In der im Jahr 1998 von leucomax publizierten Studie untersuchten die Autoren Feng und Zhou den Faktor rhGM-CSF. Das Ziel bestand darin, eine von der Krebs-Chemotherapie induzierte Leukopenie zu behandeln.

Neben den Ursachen für die geringe Konzentration der weißen Blutkörperchen spielen die daraus resultierenden Anzeichen eine tragende Rolle. In der Regel stehen zu wenig Leukozyten und Symptome, die dadurch entstehen, in einem engen Zusammenhang. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Dauer der Leukopenie.

Handelt es sich um eine kurzzeitige Unterproduktion der weißen Blutzellen, leiden die Patienten lediglich an schwachen Merkmalen. Beispielsweise bemerken sie eine leichte Abgeschlagenheit. Zusätzlich entsteht durch den niedrigen Leukozytenwert eine höhere Anfälligkeit für Infektionen. Die Patienten fühlen sich in einigen Fällen fiebrig, da sich innerhalb des Körpers Entzündungen bilden. Sobald sich die Leukozyten nachbilden, kommt es zu einem Rückgang der Symptome.

 

Welche Anzeichen existieren bei chronischer Leukopenie?

Sinkt die Anzahl der weißen Blutzellen dauerhaft, verstärken sich die Merkmale für die Erkrankung. Zu den ersten Symptomen gehören Furunkel auf der Haut, die ebenfalls auf einen Entzündungs-Prozess innerhalb des Organismus hinweisen. Des Weiteren schwellen die Lymphknoten der Betroffenen merklich an, sodass sie sich unter einer Berührung hart anfühlen. Vorwiegend im Bereich der Schleimhäute entstehen Abszesse. In der Mundhöhle der Leidenden entdeckt der Arzt:

  • Parodontitis,
  • Stomatitis
  • und Ulzerationen der Mundschleimhaut.

Vorwiegend entstehen die Entzündungen am Zahnfleisch und den Schleimhäuten zu Beginn der Leukopenie. Befinden sich weniger als 3.500 weiße Blutkörperchen in einem Mikroliter Blut, handelt es sich um eine schwere Unterversorgung mit den Leukozyten. Dadurch verstärken sich die Symptome. Die Patienten leiden zunehmend öfter an Sinusitis oder Otitis media (Mittelohr-Entzündungen). Weiterhin tritt die als Rachenentzündung bekannte Seitenstrang-Angina in kurzen Abständen auf.

Ein die Lunge betreffendes Symptom der Leukopenie stellt eine Pneumonie dar. Hierbei gelangen Erreger in das Organ, sodass eine entzündliche Reaktion entsteht. Zeigen sich die Betroffenen bereits geschwächt, führt die Lungenentzündung im schlimmsten Fall zum Tod.

 

Vorwiegend verringern sich neutrophile Granulozyten

Im Zuge eines Rückgangs der weißen Blutkörperchen sinkt vorwiegend die Anzahl der neutrophilen Granulozyten. Hierbei sprechen die Mediziner von einer Neutropenie. Ebenso wie die anderen Formen der Leukopenie geht die Krankheit mit speziellen Symptomen einher. Dabei erhält das Infektionsrisiko einen hohen Stellenwert. Je mehr Granulozyten dem Organismus fehlen, desto mehr Erreger gelangen in den Blutkreislauf.

Durch die daraus resultierende Störung der körpereigenen Immunabwehr erkranken die Patienten an bakteriellen und viralen Infekten. Um die Leukopenie zu diagnostizieren, verwendet der Arzt ein großes Blutbild. Hier erkennt er auf den ersten Blick, ob sich der Wert der weißen Blutkörperchen erniedrigt zeigt. Mithilfe eines Differenzial-Blutbilds gelingt es dem Mediziner, herauszufinden, welche Art der Leukozyten sich verringert.

 

Das Immunsystem wehrt Bakterien nicht in zuverlässiger Weise ab. Im Bereich des Mundes sind Paradontitis und Entzündungen der Schleimhäute im Mund ein mögliches Erkennungszeichen. Besonders auffällig sind auch häufige und starke Zahnfleischentzündungen, die sich in Zahnfleischblutungen äußern können. Im Rahmen der verstärkten Infektanfälligkeit treten entsprechend oft auch Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Mittelohrentzündungen (Otitis media) und sehr schmerzhafte Rachenraumentzündungen auf.

Bei schwereren und akuten Verläufen sind Pneumonien oftmals die Folge. Die Haut reagiert auf die Krankheit möglicherweise mit Furunkeln. Dabei handelt es sich um schmerzhafte Exzesse, die allerdings mit verbleibendem Narbengewebe wieder abheilen können. Auftreten können diese am gesamten Thorax und an den Leisten, Achselhöhlen und in der Nähe der Nase. Akute Symptome können ferner auch Fieber oder eine Anschwellung der Lymphknoten sein.

Folgeerkrankungen bei Leukopenie

Typischerweise schreitet die Erkrankung schnell voran. Darum können viele Symptome auch an anderen Organen auftreten, da der Mangel gegebenenfalls im gesamten Blutkreislauf auftritt. Generell wird die Leukopenie bei einem vermehrten Auftreten der symptomatischen Furunkel und chronischen Erkrankungen der Atemwege und der Mundschleimhäute diagnostiziert. Bei einem akuten Verlauf sind auch schwere Fieberschübe ein mögliches Indiz.

Leukopenie Diagnose

Zur Sicherstellung der Diagnose setzt der Arzt verschiedene diagnostische Mittel ein. Zunächst informiert ein vom Arzt veranlasstes großes Blutbild über die Zahl der Leukozyten. Dabei macht die Art der verringerten Leukozyten deutlich, welche Leukopenie vorliegt.

Der Arzt untersucht die Organe auf mögliche Folgesymptome der Erkrankung. Wie bereits dargestellt, legt er besonderes Augenmerk auf die Größe der Milz und auf eine mögliche Ausweitung des Lymphknotenvolumens. Zur endgültigen Feststellung der Leukopenie wird eine Knochenmarkbiopsie durchgeführt.

Leukopenie Behandlung

Wie kann die Leukopenie behandelt werden?

Die Krankheit äußert sich durch ein völlig durchlässiges Immunsystem (ähnlich wie bei einer HIV-Infektion). Daher muss der Patient bestmöglich vor äußeren Erregern und Viren abgeschirmt werden.

Klassisch fand dies früher stationär auf einer Isolierstation statt. Sowohl das Krankenhauspersonal als auch Besucher traten nur mit Schutzkleidung versehen und teilweise unter Filtrierung der Atemluft in das Patientenzimmer ein. Diese komplette Abschirmung ist heute nicht mehr üblich. Vielmehr versucht der Arzt, die Immuntätigkeit mit der Gabe von Antibiotika zu substituieren.

Des Weiteren erhält der Patient bei bestimmten Formen der Leukopenie Medikamente, welche die Zahl der Blutkörperchen steigern. Bei diesen sogenannten hämatopoetischen Wachstumsfaktoren ist G-CSF das am häufigsten verwendete. Insbesondere bei der Neutropenie ist es wirksam, da es die Bildung von Granulozyten anregt.

Insgesamt sind bei allen Arten der Leukopenie die Einhaltung von Hygienevorschriften und besonderer Vorsicht im Umgang mit Körperkontakt zu beachten. Durch eine gezielte Behandlung der Leukopenie, die sich in den vergangenen 20 Jahren etabliert hat, ist die Letalitätsrate auf etwa 5 % gesunken.

Allgemeine Informationen und Ursachenforschung

Die Gesamtmechanismen, die gerade zu einer medikamentös verursachten Leukopenie führen können, sind bis heute umstritten. Einige, auch bekannte Schmerzhemmer, wie Diclofenac, Ibuprofen und besonders Novalgin stehen als Ursachen in der Diskussion. Bei einer differenzierten Diagnose einer Form von Leukopenie werden diese potenziell ursächlichen Mittel durch ungefährliche ersetzt.

Im Bereich der Geriatrie wird ein meist schwererer Verlauf dokumentiert. Dies liegt beispielsweise daran, dass ältere Menschen vermehrt eine größere Menge verschiedener Medikamente zu sich nehmen, was die Bestimmung eines speziellen Mittels als Auslöser erschwert.

Bei einer ausdifferenzierten Diagnose und einer gezielten Bekämpfung der Symptome ist Leukopenie reversibel. Das Risiko einer Neuerkrankung kann, beispielsweise durch Austausch der potenziell ursächlichen Medikamente oder Stabilisierung des Immunsystems, für die Zukunft minimiert werden.

Lesen Sie dazu auch die Klinikdiagnostik über Leukopenie

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