Blutwerte bei Hashimoto-Thyreoiditis

Die wichtigsten Laborwerte bei Hashimoto-Thyreoiditis

Bei Autoimmun-Erkrankungen spielen die Laborwerte eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund achten die Mediziner bei Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis auf die Blutwerte. Die Krankheit führt zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Daher erfolgt während der Therapie eine stetige Kontrolle der Schilddrüsen-Werte, um die auftretende Über- und spätere Unterfunktion zu regulieren. Wie bei allen Defekten des Immunsystems erhalten bei der Hashimoto-Thyreoiditis die Antikörper eine hohe Relevanz.

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Hashimoto © SENTELLO – Fotolia.com

Welche Blutwerte erlangen Bedeutung?

Bei der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis konzentrieren sich die Ärzte bei einer Untersuchung vorwiegend auf Blutwerte, die auch die Schilddrüse betreffen. Dazu gehören die Schilddrüsen-Hormone Trijod-Thyronin und Tetrajod-Thyronin. In der Fachsprache kürzen die Mediziner die Hormone mit T3 und T4 ab. Den wichtigsten Part der Blutwerte bei der Hashimoto-Thyreoiditis stellt das Jod dar. Es macht den Großteil der Schilddrüsen-Hormone aus.

Während der ersten Phase der Autoimmun-Erkrankung leiden die Betroffenen an einer beginnenden Schilddrüsen-Überfunktion. Dieses Stadium nennt sich Hashitoxikose. Hierbei produziert die Glandula thyreoidea deutlich mehr Hormone als in dem gesunden Zustand. Im Normalfall liegen die Blutwerte von T3 und T4 pro Tag bei zehn Mikrogramm.

Das bedeutet, dass die Schilddrüse innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als zehn Mikrogramm des Thyronins herstellt. Die Blutwerte bei der Hashimoto-Thyreoiditis zeigen sich deutlich höher. Die Schilddrüse weist somit die Anzeichen einer Überfunktion auf. Dieser Fakt stellt allein keinen Beweis für eine Autoimmun-Erkrankung dar. Daher konzentrieren sich die Ärzte während der Blutuntersuchung vermehrt auf die Antikörper.

 

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis erhöht sich die Antikörperzahl

Im Zusammenhang mit einer Überfunktion der Schilddrüse erhöht sich die Anzahl der Antikörper im Blut. Speziell betrifft das die Thyreoglobulin-Antikörper und die TSH-Rezeptor-Auto-Antikörper. Bei einem gesunden Menschen liegt der Normwert der TSH-Rezeptor-Auto-Antikörper zwischen neun und 14 Units pro Liter. Die Blutwerte bei der Hashimoto-Thyreoiditis zeigen sich um beinahe das Doppelte erhöht.

Des Weiteren erhält der Wert der TPO-Antikörper eine wichtige Bedeutung. Die Abkürzung TPO steht für die Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper. Im Normalfall befinden sich von ihnen in einem Liter Blut 100 bis 200 Units. In der ersten Phase der Autoimmun-Erkrankung steigt deren Anzahl um 50 Prozent.

 

Um einen genauen Befund zu erstellen, achten die Mediziner auf die auftretenden Symptome des Patienten. Schwanken die Anzeichen zwischen den charakteristischen Merkmalen einer Über- und einer Unterfunktion, liegt die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankung nahe.

 

In der Hypothyreose verringern sich die Schilddrüsen-Hormone

Im Verlauf der Hashimoto-Thyreoiditis schlägt die Überfunktion der Schilddrüse in eine Unterfunktion um. Das heißt, dass die Schilddrüse deutlich weniger Hormone produziert. Die Normwerte des Hormons T3 betragen bei gesunden Menschen 0,9 bis 1,8 Nanogramm pro Milliliter Blut. Das freie Trijod-Thyronin liegt zwischen 3,5 und acht Nanogramm je Milliliter. In der zweiten Phase der Autoimmun-Krankheit sinken diese Werte um mehr als die Hälfte.

 

Das T4 gehört ebenfalls zu den sinkenden Blutwerten bei der Hashimoto-Thyreoiditis. Im Normalfall messen die Mediziner bei gesunden Menschen 5,5 bis elf Mikrogramm pro Deziliter. Das freie Tetrajod-Thyronin beträgt 0,8 bis 1,8 Nanogramm pro Deziliter Blut. Der rapide Abstieg dieser Werte weist auf eine fortschreitende Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankung hin. Zusammengefasst achten die Ärzte bei einer Blutuntersuchung auf folgende Blutwerte bei der Hashimoto-Thyreoiditis:

  • FT3 (das freie Trijod-Thyronin),
  • FT4 (das freie Levothyroxin, auch Tetrajod-Thyronin genannt),
  • TAK (Thyreoglobulin-Antikörper),
  • TPO-AK (Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper),
  • MAK (mikrosomale Antikörper),
  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon),
  • und TRAK (TSH-Rezeptor-Autoantikörper).

 

Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte erhält Relevanz

Die Über- und die spätere Unterfunktion der Schilddrüse belasten den Organismus des Patienten. Durch die zusätzliche Schwäche des Immunsystems drohen zahlreiche Folge-Erkrankungen. Daher erhält die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte eine wichtige Bedeutung. Durch die Untersuchung der Werte gelingt es dem Arzt, die Funktion der Schilddrüse zu regulieren. Dies geschieht beispielsweise mit Tabletten.

 

Bei einer Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis richtet sich die Kontrolle der Blutwerte nach der Schwere der Erkrankung. Zeigen sich die Antikörper im Blut ausschließlich leicht erhöht, erfolgt die Untersuchung des TSH-Wertes einmal pro Jahr.

 

Schwanken die Werte der Schilddrüsen-Hormone sehr stark, erfolgt die Kontrolle alle drei bis vier Wochen. Dies geschieht, bis die richtige Einstellung der Schilddrüsen-Werte die Funktion des Organs reguliert. Ab diesem Zeitpunkt reicht die Überwachung der Blutwerte bei Hashimoto-Thyreoiditis zweimal im Jahr.

 

Die Blutwerte bei Hashimoto-Thyreoiditis zusammengefasst

Bei dieser Autoimmun-Erkrankung spielen vorwiegend die Werte der Schilddrüsen-Hormone eine wichtige Rolle. Besonderes Augenmerk liegt auf der Anzahl der Hormone T3 und T4. Zudem kontrollieren die Mediziner bei Verdacht auf eine Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankung die Menge der Antikörper. Bei starken Schwankungen der Blutwerte erfolgt die Kontrolle einmal im Monat. Nach der richtigen Einstellung reicht der Arztbesuch zweimal im Jahr.

 

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