Welche Blutzellen gehören zu den Leukozyten?

Bei den Immunozyten genannten weißen Blutkörperchen existieren verschiedene Leukozytenarten. Abhängig von ihren Eigenschaften übernehmen diese Blutzellen diverse Funktionen. Vorwiegend spielen die Leukozyten bei der Bekämpfung von Antigenen eine tragende Rolle. Hierbei teilen sich die Leukozyten in eine lymphatische und eine myeloide Reihe.

Blutzellen in der Übersicht

Unterteilung der Leukozyten

Monozyten

  • Monozyten – Vorgängerzellen der Makrophagen
  • Makrophagen
  • Mastzellen Permeabilität der Blutgefäße, beteiligt an allergischen Reaktionen
  • Antigen-Zellen – leiten die Immunantwort ein

Granulozyten

Lymphozyten

  • B-Lymphozyten Vorgänger der Plasmazellen
  • die T-Lymphozyten
  • Plasmazellen Spezialisierung auf Antikörperproduktion
  • B-Gedächtniszellen

T-Zell-Gruppe

In die myeloide Reihe gliedern sich:

Normwerte der Leukozyten

Leukozyten Leukozyten Anzahl von 3800 bis 10500 µl von 3800 bis 10500 µl
Differenzial-blutbild stabkernige Neutrophile Granulozyten 3 bis 5% 3 bis 5%
segmentkernige Neutrophile Granulozyten 54 bis 62% 54 bis 62%
Basophile Granulozyten 0 bis 1% 0 bis 1%
Eosinophile Granulozyten 1 bis 4% 1 bis 4%
Monozyten

  • Monozyten zu niedrig
  • Monozyten zu hoch
3 bis 8% 3 bis 8%
Lymphozyten

  • Lymphozyten zu niedrig
  • Lymphozyten zu hoch
25 bis 45% 25 bis 45%

 

Funktionen der Leukozyten

Die Monozyten existieren als Vorläufer der Makrophagen. Auch die Granulozyten unterteilen sich in verschiedene Formen. Zu diesen gehören die neutrophilen, die eosinophilen und die basophilen Granulozyten.

Diese Zelltypen zählen im gleichen Fall zu den Leukozytenarten. Der Unterschied der Granulozyten gegenüber anderen weißen Blutkörperchen besteht in dem Vorhandensein eines unregelmäßigen Zellkerns.

Die Unterscheidung der weißen Blutkörperchen

Für die Kategorisierung der weißen Blutzellen gibt es zahlreiche Varianten. In der Regel unterscheiden Experten die Leukozytenarten aufgrund ihrer Farbe und Abstammung. Erfolgt die Gliederung der weißen Blutzellen in die verschiedenen Funktionen, bilden die Lymphozyten, die Monozyten sowie die Granulozyten die drei Hauptgruppen.

Granulozyten
Granulozyten

Die Granulozyten als wichtige Leukozytenart

Den größten Teil der verschiedenen Leukozytenartenmachen die Granulozyten aus. 60 bis 70 Prozent der weißen Blutzellen existieren als solche. Innerhalb des Körpers wehren die Zellen Fremdkörper ab. Zu den Antigenen gehören beispielsweise Viren, Parasiten und Bakterien. Die Granulozyten entstehen im Knochenmark. Von diesem aus gelangen sie ins Blut, das die Zellen in unterschiedliche Gewebe transportiert. Mit einer Lebensspanne von ausschließlich einigen Stunden übernehmen die Granulozyten-Arten verschiedene Funktionen.

Granulozyten
Granulozyten Erscheinungsformen (Grafik: M.Foerster, Benutzung möglich unter Lizenz der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung )

Die neutrophilen Granulozyten sorgen für die Phagozytose von Bakterien oder Pilzen. Die basophilen und eosinophilen Granulozyten wehren vorwiegend Parasiten ab. Ein großer Teil dieserLeukozytenart übernimmt die Freisetzung von Stoffen zur Blutgerinnung. Sie verhindert die Bildung von Gerinnseln.

Lymphozyten
Lymphozyten

Die Lymphozyten als besondere Leukozytenart

Zu den unterschiedlichen Leukozytenarten gehören weiterhin die Lymphozyten. Vorwiegend treten sie in den Lymphknoten und Lymphgefäßen auf. Somit befinden sich die weißen Blutkörperchen in der Milz, den Mandeln und dem Thymus. Bei den Leukozytenarten besitzen die Lymphozyten einen Anteil von 20 bis 30 Prozent.

Sie übernehmen die Steuerung der Granulozyten im Körper. Daher bezeichnen Experten die Zellen als „Organisatoren im Organismus“. Zudem gelten die B-Lymphozyten als Vorform der Plasmazellen und der B-Gedächtniszellen. Sie behalten gefährliche Antigene in Erinnerung und unterstützen damit die Funktion der Granulozyten.

Monozyte
Monozyte 3D Ansicht – copyright www.grossesblutbild.de

Die Monozyten als relevante Leukozytenart

Bei den verschiedenen Leukozytenarten bestehen die Monozyten als kleinste Gruppe. Im menschlichen Organismus nehmen sie einen Anteil von sechs Prozent ein. Die als Fresszellen bezeichneten Leukozyten leben ein bis zwei Tage.

Dabei existieren die Monozyten bei den Leukozytenarten als größte Art. Sie gelten als Vorläufer der Makrophagen. Ihre Aufgabe besteht in der Phagozytose. Sie fressen und verdauen körperfremde Erreger. Daher rührt der Name „Fresszelle“.

Weitere Arten der Leukozyten und ihre Bedeutung

Einen weiteren Teil der Immunzellen stellen die Antigen-präsentierenden Zellen dar. Sie zeigen sich beispielsweise in Form der Langerhans-Zellen. Vorwiegend markieren diese Leukozytenarten Antigene und erleichtern die Arbeit der Fresszellen. Auch die T-Zellen behalten verschiedene Fremdkörper in Erinnerung. Es handelt es sich um langlebige T-Gedächtniszellen. Sie konzentrieren sich auf bestimmte Antigene und präsentieren diese. Erkennen sie ein Antigen, aktivieren sie die Killerzellen und die Plasmazellen.

Die regulatorischen T-Zellen übernehmen das Bremsen einer Immunantwort. In speziellen Fällen hemmen sie die Aufgaben der normalen T-Zellen und der B-Zellen. Auch diese Leukozyten aktivieren die Killerzellen. Die T-Killerzellen sowie die NK-Zellen zählen zu den zytotoxischen Leukozytenarten. Sie greifen unspezifische Eindringlinge – beispielsweise Tumorzellen – an und vernichten sie.

Im menschlichen Körper befinden sich unterschiedliche Formen der weißen Blutkörperchen. Die verschiedenen Leukozytenarten beteiligen sich hauptsächlich an der Abwehr von körperfremden Erregern. Sie unterscheiden sich in ihrer Form und jeweiligen Funktion.

Quellen und Literatur

► Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan