Churg-Strauß-Syndrom

Die Autoimmunkrankheit – Churg-Strauß-Syndrom

Das Churg-Strauß-Syndrom ist nach den Medizinern Jacob Churg und Lotte Strauß benannt, welche es Anfang der 1950er-Jahre erstmals beschrieben. Bei dem Syndrom handelt es sich um eine Gefäßentzündung. Diese zählt zu der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen. In erster Linie betrifft es die kleinen und mittelgroßen Venen und Arterien am Ende der Blutbahn.

Churg-Strauß-Syndrom

 

Das Churg-Strauß-Syndrom ist eine seltene Krankheit.

Pro Jahr und pro eine Millionen Einwohner gibt es ein bis zwei Neuerkrankungen. Dabei liegt der Höhepunkt vom Churg-Strauß-Syndrom in einem Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Aufgrund der dauerhaften Entzündung werden die unter dem Syndrom leidenden Gefäße zerstört.

Die Blutversorgung der sich in direkter Nähe befindlichen Organe erfolgt nicht mehr in ausreichender Menge.

Vor allem bei erkrankten Gefäßen um Herz und Lunge ist Vorsicht geboten. Das Risiko, an einem Herzinfarkt, oder Herzversagen zu sterben, steigt. Es gibt Medikamente gegen das Churg-Strauß-Syndrom. Diese versprechen keine Heilung, sondern verhindern das Fortschreiten der Krankheit.

Auf Ursachen der Erkrankung gibt es keine genauen Hinweise. Ein Großteil der Patienten besteht aus Allergikern und Asthmatikern.

Das Krankheitsbild vom Churg-Strauß-Syndrom

In erkrankten Arterien und Venen bilden sich Granulome. Als Folge bekämpft das Immunsystem Eiweiße der Blutgefäße. Weiße Blutkörperchen sehen diese als nicht zum Körper zugehörig an. Sie versuchen, diese zu vernichten. Das verursacht einen Gefäßverschluss, indem sie in die Gefäßwand eindringen und mithilfe von Botenstoffen weitere Entzündungszellen anlocken. Der Körper greift die Immunzellen an. Er setzt Substanzen frei, welche das Gewebe auflösen. Die Entzündung befällt direkt Organe. Beim Herzen kann eine Herzmuskel-Entzündung ausgelöst werden. Im Allgemeinen erhöht das Churg-Strauß-Syndrom das Risiko für Infarkte.

Symptome und Warnsignale

Das Churg-Strauß-Syndrom tritt charakteristischerweise in drei Phasen auf

  • Die ersten Anzeichen sind allergisches Asthma und Schnupfen.
  • Danach folgt eine Entzündung von Verdauungsorgan und Lunge.
  • Schließlich tritt die typische Gefäßentzündung mit der Bildung von Granulomen.

Die dritte Phase (vaskulitische Phase) tritt gewöhnlich drei Jahre nach Beginn der ersten Phase ein. Sie kann sich auch um Jahrzehnte verzögern.

In 97 Prozent der Fälle ist Asthma ein Symptom. 70 Prozent der Patienten mit Churg-Strauß-Syndrom haben Symptome wie Muskelschmerzen, grippeartige Zustände, ein allgemeines Unwohlsein, Übelkeit und Gewichtsverlust. Bei 61 Prozent tritt eine Nasennebenhöhlen-Entzündung auf. Weitere Symptome sind Hautkrankheiten, wie Nesselsucht, Purpura und Hautknötchen. Bei dem Befall der Niere sind Bluthochdruck und Nierenversagen möglich. Während der oben genannten zweiten Phase entstehen Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, sowie Blutungen. Das Churg-Strauß-Syndrom schädigt einzelne Nerven, was Schmerzen, Taubheitsgefühle bis hin zu Lähmungen zur Folge hat.

Die Erkrankung am Churg-Strauß-Syndromstelltder Arzt über einen Bluttest fest. Eine Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten, sowie eine verminderte Anzahl an Hämoglobin (Blutarmut) sind eindeutige Anzeichen.

Bevor der Arzt einen Bluttest macht, muss erst der Verdacht auf die Krankheit bestehen. Auf eine Schädigung des Herzmuskels hinweisende Herzbeschwerden und entzündete Nasennebenhöhlen wecken den Verdacht. Ebenso ist es mit Symptomen von Nervenschädigungen und wunde Stellen, beziehungsweise Blutungen an der Haut.

Bei 60 Prozent der erkrankten Personen entdeckt der Arzt die Antikörper, die gegen die eigenen Körperstrukturen arbeiten, nicht. Mit Computer-Tomographie, Magnetresonanz-Tomografie und Röntgen findet der Arzt den genauen, am Churg-Strauß-Syndrom erkrankten Ort. Hiermit ermittelt der er ebenso den günstigsten Ort für eine Gewebeprobe.

 

Wie erfolgt die Therapie des Churg-Strauß-Syndroms?

Das wichtigste Ziel der Therapie ist, das Überleben des Patienten zu sichern und Organschäden zu verhindern. Die Blutwerte sollen sich normalisieren und die Entzündungszeichen zurückgedrängt werden.

Im Anfangsstadium der Erkrankung erfolgt die Behandlung hauptsächlich über Antibiotika. Zur Ergänzung werden Kortikoide hinzugefügt. Ist das Churg-Strauß-Syndrom weiter fortgeschritten, erfolgt die Therapie aus Letzterem und Immun-Suppressiva. Eine effektivere Maßnahme ist die Kortikoid-Stoßbehandlung. Hierbei verabreicht der Arzt hohe Dosen des Medikaments über wenige Tage. Verbessert sich der Zustand des Patienten nicht, ist die Behandlung mit Immunglobulin eine weitere Option.

Sobald das Churg-Strauß-Syndrom nicht weiter fortschreitet, vermindert der Arzt langsam die Dosis. Es erfolgt eine Langzeit-Behandlung, da es bei dieser Erkrankung keine Heilungschancen gibt. Durch die fortwährende Einnahme der Medikamente unterdrückt der Körper das Syndrom. Trotz der erfolgreichen Behandlung bleiben unter Umständen neurologische Schäden zurück.

Ist das Churg-Strauß-Syndrom entdeckt, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung gut. Sind herzversorgende Gefäße oder der Herzmuskel betroffen, stehen die Chancen deutlich schlechter. Das Risiko, an einem Herzinfarkt oder akutem Herzversagen zu sterben, ist hoch.

Das Churg-Strauß-Syndrom ist eine seltene Krankheit. Die typischen Symptome kommen auch ohne einer Erkrankung an dem Syndrom vor. Das macht die Entstehung eines Verdachts umso schwieriger.

 

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

http://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/3.13_Churg_Strauss.pdf

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