Leukozyten – Aufgaben, Funktionen, Lebensdauer

Die Aufgaben der Leukozyten als ein wichtiger Bestandteil des Blutes. Aufgrund ihrer weißen Farbe unter dem Mikroskop heißen sie auch Weiße Blutkörperchen. Leukozyten entstehen im Knochenmark von Brustbein und Becken, bei Kindern zusätzlich in den Knochen der Arme und Beine.

T-Lymphozyten greifen wandernde Krebszellen an

T-Lymphozyten greifen wandernde Krebszellen an


Aufgaben der weißen Blutkörperchen im menschlichen Körper

Weiße Blutkörperchen treten in verschiedenen Arten mit eigens zu erfüllenden Aufgaben auf – insbesondere Granulozyten und Lymphozyten. Ein gesunder Mensch im mittleren Alter besitzt pro Mikroliter Blut zwischen 4.000 und 10.000 Leukozyten. Bei Kindern ist der Wert oftmals auf 15.000 erhöht.

Bei Infektionen steigt die Anzahl der Leukozyten auf bis zu 30.000 an. Darüber liegende Werte deuten auf eine Erkrankung des Knochenmarks (Leukämie) hin. Die Leukozyten besitzen eine Lebensdauer zwischen wenigen Tagen und einigen Monaten.

Arten und Aufgaben der Leukozyten

Haupt-Aufgabe der Weißen Blutkörperchen ist die Abwehr von Fremdkörpern. Dazu zählen Viren, Bakterien und Tumorzellen sowie Pilze und Würmer. Die neutrophilen Granulozyten übernehmen das Beseitigen von Erregern und dienen der unspezifischen Abwehr.

Darüber hinaus verlassen sie die Blutbahn und wandern in umliegendes Gewebe ein. Eine Abwehr von allergischen Erkrankungen sowie einen Befall mit Parasiten erledigen die eosinophilen Granulozyten. Dagegen spielen die basophilen Granulozyten bei der Gedächtnis-Immunantwort eine große Rolle. Monozyten beseitigen Gewebereste und Mikroben, sie sind daher unter dem Namen Fresszellen bekannt.

Im Gegensatz dazu sind die Lymphozyten maßgeblich an der Bildung spezifischer Antikörper beteiligt. Sie richten sich gezielt gegen einen bestimmten Erreger. Im Vergleich zu den Granulozyten kommen sie in einer geringeren Anzahl im Blut vor. Erhöhte Werte deuten auf eine virale oder bakterielle Infektion sowie verschiedene Krebsarten hin. Nach einer Behandlung mit Kortison und Zytostatika oder Strahlentherapie ist der Anteil an Lymphozyten oft erniedrigt.

 

Leukozyten Lebensdauer

Wissenswerte Informationen über die Lebensdauer von Leukozyten

Die Lebensdauer der Leukozyten hängt zunächst von der Leukozytenart ab. Hierbei unterscheiden sich die Monozyten, die Granulozyten und die Lymphozyten. Nach ihrer Produktion im Knochenmark leben die Monozyten ein bis drei Tage, bevor das Ausdifferenzieren erfolgt. Danach wandern sie in das Gewebe. Die Granulozyten unterliegen erneut einer Unterteilung in die basophilen und in die neutrophilen Zellen. Während Erstere bis zu sieben Tage im Blutkreislauf existieren, beginnt der Abbau der zweiten Gruppe bereits einen bis vier Tage nach der Fertigung. Die Lebensdauer der Lymphozyten liegt zwischen mehreren Wochen und einigen Jahren.

Die Ärzte unterscheiden hierbei die T-Zellen, die B-Zellen und die NK-Zellen. Leiden die Patienten unter einer Erkrankung des Knochenmarks, kommt es zur Bildung schwacher weißer Blutkörperchen. Aufgrund von Mutationen oder Unreife sinkt deren Lebensdauer.

 

Wie lange existieren weiße Blutzellen?

Im Durchschnitt reicht das Alter der Leukozyten von mehreren Tagen bis zu mehreren Wochen. Hierbei verfügen die „älteren“ Zellen über die Fähigkeit, das Blut aktiv zu verlassen. Aufgrund ihrer amöboiden Form wandern sie in das Gewebe ein, um in den Zielorganen ihre Aufgaben zu verrichten. Vorwiegend hängt die Lebensdauer der Leukozyten von ihrem „Verbrauch“ im Körper ab.

 

Durch eine Infektion oder eine Erkrankung benötigt der menschliche Organismus mehr weiße Blutkörperchen, um die Erreger zu bekämpfen. In dem Fall erfolgen Produktion und Abbau der Zellen schneller. Auch Krankheiten, die direkt die Immunabwehr betreffen – beispielsweise die Leukämie – beeinflussen die Lebensdauer der Leukozyten.

 

Wo und wann erfolgt der Abbau der Leukozyten?

Die Bildung der weißen Blutzellen findet beispielsweise im roten Knochenmark statt. Hierzu gehören:

  • die Rippen,
  • das Sternum,
  • der Schädel
  • sowie die Wirbelkörper.

Des Weiteren existiert in Ihrem Körper Gewebe, das ausschließlich die Leukozyten produziert. Im Vordergrund steht das lymphatische Gewebe, das folgende Bereich umfasst:

  • Lymphknoten,
  • Milz,
  • Tonsillen
  • sowie entsprechendes Gewebe im Darm.

Die Antikörper üben ihre Aufgabe im Regelfall außerhalb der Blutbahn aus, sodass sie sich im gesamten Organismus verteilen. Innerhalb des Bluts bleiben sie aus dem Grund nur für wenige Stunden. Verlassen sie den Blutkreislauf, folgt nicht zwingend der Abbau. Speziell die Leukozyten mit einer langen Lebenserwartung überleben im restlichen Gewebe ohne Schwierigkeiten. Am Ort ihrer Funktion beginnt der Abbauprozess, sobald die weißen Blutzellen ihre Tätigkeit nicht länger zuverlässig verrichten.

 

In dem Fall schützen gesunde Leukozyten den Körper, indem sie die Phagozytose einleiten. Hierbei nehmen die weißen Blutzellen Leukozyten mit beispielsweise Anomalien in den Zellkern auf und verwerten sie. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Lebensdauer der Leukozyten aufgrund einer Autoimmunerkrankung sinkt. Hierbei sehen die Killerzellen die körpereigenen Antikörper als Fremdstoff an und vernichten sie. Leiden Sie unter dem Phänomen, entsteht eine Schwächung der Abwehrkräfte, sodass das Risiko von Infektionen steigt.

 

Wie lange bleiben Monozyten im Körper?

Die Monozyten gehören zu den Zellen, welche die Fähigkeit zur Phagozytose besitzen. Nach ihrer Bildung im lymphatischen Gewebe verbleiben sie bis zu 64 Tage im menschlichen Organismus. Danach erfolgt die Umwandlung in die als Fresszellen bezeichneten Makrophagen. Die Lebensdauer dieser Zellen beträgt im Schnitt mehrere Wochen. In der Form spüren sie Fremdkörper und Schädlinge innerhalb des Körpers auf, nehmen sie in sich auf und vertilgen sie auf die Weise.

Bei einem übermäßigen Abbau der Monozyten leiden Sie unter einer Monozytopenie. Als Ursache kommen Komplikationen im Lymphgewebe infrage. Bei einer kurzen Lebensdauer der Leukozyten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass körperfremde Erreger eindringen und beispielsweise Infekte auslösen. Daher erhält eine zeitnahe Behandlung der gesundheitlichen Komplikationen Priorität.

 

Granulozyten – die besonderen Leukozyten und ihre Lebensdauer

Die Granulozyten zählen ebenfalls zu den Fresszellen, da sie Bakterien, Viren und Pilze aktiv identifizieren und vernichten. Die Mediziner unterscheiden die eosinophilen, die neutrophilen und die basophilen Granulozyten. Letztere verfügen über eine Lebenszeit von bis zu sieben Tagen. Bereits nach 24 Stunden kann der Abbau der neutrophilen Zellen erfolgen. Sie erreichen in der Regel eine maximale Lebensspanne von vier Tagen. Um die besonderen Antikörper abzubauen, gelangen sie in das mononukleäre Phagozyten-System. Die Monozyten nehmen die Elemente in sich auf, sodass eine langsame Zersetzung beginnt.

 

Die Verweildauer der Lymphozyten im Körper

Die Lebensdauer dieser Leukozyten liegt zwischen mehreren Wochen und Jahren. Auch hierbei spielt die Einteilung in unterschiedliche Kategorien eine wichtige Rolle. Beispielsweise führen die B-Lymphozyten eine Zellteilung vor, sodass Gedächtniszellen und Plasmazellen entstehen. Letztere leben nur wenige Wochen, bevor ihr Abbau im Körpergewebe erfolgt. Anders verhält es sich mit den Gedächtniszellen. Ihre Aufgabe besteht darin, sich den Bau und die Erscheinung von gefährlichen Erregern zu merken.

Dringen diese in Ihren Körper ein, geben die besonderen Lymphozyten die Information an die Fresszellen weiter. Auf die Weise profitieren Sie von einer zeitnahen Vernichtung der Fremdkörper. Im Regelfall verweilen die Zellen mehrere Jahre im Organismus, wobei auch eine lebenslange Existenz im Bereich des Möglichen liegt.

Verringerte Lebensdauer bei Leukämie

Die Leukämie stellt eine Krebserkrankung dar, bei der eine Schädigung im Knochenmark zu einer beeinträchtigten Zellproduktion führt. Davon zeigen sich speziell die weißen Blutkörperchen betroffen, die unreif oder in mutierter Form in den Blutkreislauf gelangen. Ohne die Behandlung der Erkrankung finden die Patienten innerhalb kurzer Zeit den Tod.

Das liegt an dem Umstand, dass die veränderten Leukozyten eine Lebensdauer von acht bis zwölf Tagen aufweisen. In dem Fall betrifft die Zeitspanne sämtliche weiße Blutzellen, sodass der Organismus ohne die Neuproduktion stirbt.

 

Wichtige Tipps für die Patienten

Interessieren Sie sich für die Lebensdauer der Leukozyten, suchen Sie beispielsweise Ihren Hausarzt auf. Sie bitten ihn um die Anfertigung eines Differenzialblutbilds, sodass er die Anzahl der einzelnen Leukozytenarten erkennt. Liegt die Konzentration der Antikörper unterhalb der jeweiligen Normwerte, besteht der Verdacht einer Fehlproduktion. Ebenso kommt es vor, dass der menschliche Körper die Zellen vorzeitig eliminiert. Auch diesen Vorgang diagnostiziert der Mediziner aufgrund des großen Blutbilds und gegebenenfalls einer Blutprobe.

Leiden Sie an Leukämie, besteht die Ursache in genetischen Veränderungen der unreifen Vorläuferzellen. Deren Lebensdauer liegt deutlich unterhalb der normalen Verweildauer der weißen Blutzellen. Zu den Faktoren, welche die Erkrankung auslösen, zählen auch psychische Komponenten.

Zu dem Ergebnis kommt die Studie: „Psychogenic carcinogenesis: Carcinogenesis is without exogenic carcinogens“. O. V. Bukhtoyarov und D. M. Samarin veröffentlichten sie im Oktober 2009.

http://www.medical-hypotheses.com/article/S0306-9877(09)00418-6/abstract
https://www.uk-halle.de/fileadmin/Bereichsordner/Institute/AnatomieUndZellbiologie/Lehre/newBlut.pdf

 

Leukozyten – die „Wächter“ im Organismus

Eine der wichtigsten Aufgaben der Leukozyten besteht im systematischen Absuchen des Körpers nach Erregern und Verletzungen einschließlich deren Beseitigung. Ihr Ziel sind Krebszellen sowie Entzündungen und Verletzungen. Dazu bewegen sie sich in den Blutgefäßen und dem Gewebe und suchen die Zellwände nach verdächtigen Strukturen ab. Treffen sie auf ein Antigen, setzen die Plasmazellen die Produktion von Antikörpern in Gang. Diese heften sich an den Erreger, um ihn als Fremdkörper zu markieren. Im weiteren Verlauf entfernen sie den Eindringling aus dem Körper.

Ein einwandfrei funktionierendes Immunsystem setzt das Vorhandensein von Leukozyten voraus. Im Falle einer viralen oder bakteriellen Erkrankung untersucht der Arzt das Blut des Patienten. Anhand der Anzahl an Leukozyten erhält er zusammen mit anderen Ergebnissen wichtige Hinweise für eine Diagnose. Eine zu geringe Anzahl führt zur Abwehrschwäche, der Patient ist anfälliger für Krankheiten durch Infektion.

Darüber hinaus senken einige Medikamente sowie eine Strahlentherapie den Wert an Leukozyten. Bei einem zu hohen Wert kämpfen die Leukozyten massiv gegen den Erreger. Oftmals steckt Stress dahinter und es bestehen keine weiteren Anzeichen auf eine Krankheit. Ein stark überhöhter Wert lenkt den Verdacht auf eine Leukämie, bei der die Vermehrung der Weißen Blutkörperchen außer Kontrolle gerät. Deren Symptome sind vielfältig und reichen von Müdigkeit und Blässe bis zu einer verstärkten Blutungsneigung.

Die Schulmedizin kennt heute geeignete Methoden zur Therapie von Leukämie und anderen Krebserkrankungen. Die Aufgaben der Leukozyten beinhalten somit den Schutz des Körpers vor Fremdkörpern jeder Art durch den Aufbau eines Immunsystems.

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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