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Leukozytoklastische Vaskulitis – Leukozytenvaskulitis

5. September 2017
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Ursachen und Symptome der leukozytoklastischen Vaskulitis

Bei der Vaskulitis handelt es sich um einen Entzündungsprozess im Bereich der Blutgefäße. Aufgrund ihrer Entstehung trägt die gesundheitliche Komplikation ihren Namen. Schließlich bedeutet das lateinische Wort “Vas” im Deutschen Gefäß. In der Regel geht die Erkrankung von den Gefäßwänden aus, wobei die leukozytoklastische Vaskulitis die häufigste Form der Krankheit darstellt. Vorrangig betrifft sie die als Kapillare bezeichneten Haargefäße der Haut. Hierbei tritt eine besondere Form der weißen Blutzellen, die Granulozyten, aus dem Blut aus.

Blutgefäße

3D illustration Entzündungsprozess im Bereich der Blutgefäße opyright: alexmit, Bigstockphoto

 

Sie dringen in die Gefäßwände ein und sorgen für deren Zerstörung. In der Folge entsteht die Leukozytenvaskulitis, die mit charakteristischen Symptomen einhergeht. Dazu gehören beispielsweise punktuelle Einblutungen sowie rote Knötchen auf der Haut.

 

Wie entsteht die Leukozytenvaskulitis?

Die leukozytoklastische Vaskulitis entsteht aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion, welche die Ärzte auch Hypersensitivitätsreaktion nennen.

Hierbei reagiert die körpereigene Immunabwehr auf Teile von Erregern oder bestimmte Medikamente. In der Folge bildet das Abwehrsystem die Eiweißmoleküle, welche die Antikörper darstellen. Sie gehen eine Bindung mit den Fremdstoffen ein, sodass Immunkomplexe entstehen. Haften diese an der Gefäßwand, entsteht die gesundheitliche Komplikation. Zu dem Ergebnis kommt die Studie: “Leukozytoklastische Vaskulitis” aus dem Jahr 2004. Die Veröffentlichung stammt von C. Sunderkötter et al.

Blutgefäße

3D illustration Entzündungsprozess im Bereich der Blutgefäße opyright: alexmit, Bigstockphoto

Die Synonyme für das Phänomen lauten Hypersensitivitätsvaskulitis oder Vaskulitis allergica. Des Weiteren existiert eine Form der Leukozytenvaskulitis, bei der mehrere Teilursachen die Einblutungen bedingen. Beispielsweise leiden die Betroffenen an einer inneren Erkrankung, einer systemischen Vaskulitis. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Blutgefäße, die mehrere Organsysteme betrifft. Weitet sie sich aus, kommt es zur Entstehung der Hypersensitivitätsvaskulitis.

 

Verschiedene Formen der Leukozytenvaskulitis

Neben den beiden genannten Varianten der Erkrankung existierten gleichzeitig die:

  • Vaskulitis allergica im Rahmen von Kollagenosen,
  • Kryoglobulinämische Vaskulitis,
  • Hypersensitivitätsvaskulitis in Kombination mit der Behçet-Krankheit,
  • Krankheit in Zusammenhang mit dem Churg-Strauss-Syndrom oder der mikroskopischen Polyangiitis.

Stellt der Mediziner die Entzündungsreaktion im Bereich der Gefäße fest, kommt es zunächst zu einer Anamnese. In dieser befragt er die Patienten nach der gesundheitlichen Vorgeschichte. Die Ergebnisse entscheiden über die nachfolgende Therapie.

 

Leiden Sie an einer Kryoglobulinämische Vaskulitis, lagern sich neben den Immunkomplexen Kyroglobuline ab. Diese Kombination aus Erregern und Antikörpern bleibt vorrangig bei niedrigen Temperaturen unlöslich. Speziell entstehen die Gebilde bei Patienten, die an einer chronischen Hepatitis C oder einer Krankheit des blutbildenden Systems erkranken. Letzteres heißt in der Medizin Plasmozytom. Auch Autoimmunerkrankungen stellen eine Teilursache für das Entstehen der Leukozytenvaskulitis dar. Zu den betreffenden gesundheitlichen Komplikationen zählen:

  • Rheumatische Arthritis,
  • das Sjögren-Syndrom
  • sowie systemischer Lupus erythematodes.

 

Vorrangig bildet sich die Vaskulitis allergica, wenn eine schubartige Verschlechterung des Gesundheitszustandes auftritt. Der Grund besteht darin, dass die Autoantikörper, die das körpereigene Gewebe angreifen, in die Immunkomplexe gelangen. Dadurch vergrößern sich diese, was zu einer schnelleren Zerstörung der Gefäßwände sorgt.

 

Bei der Erkrankung Morbus Behçet sorgt die erbliche Veranlagung für die übermäßige Freisetzung von neutrophilen Granulozyten. Aufgrund der abnormen Aktivierung folgt ein starker Entzündungsprozess, der vorrangig die Organe betrifft. Da die Haut das größte Organ des Menschen darstellt, entsteht hier die Hypersensitivitätsvaskulitis. Seltener weist das Auftreten der Einblutungen auf die systemische Vaskulitis hin.

 

Symptome der leukozytoklastischen Vaskulitis

Die Vaskulitis allergica geht mit typischen Merkmalen einher. Dazu gehören zahlreiche punktförmige Einblutungen, die an der Haut der Unterschenkel entstehen. Des Weiteren bemerken Sie beispielsweise dunkelröte Knötchen, die entfernt an Pickelchen erinnern.

Die Einblutungen entstehen zunächst an den Beinen, treten im Verlauf der Erkrankung jedoch auch an anderen Körperstellen auf. Ihr Durchmesser liegt im Schnitt zwischen einem drei Millimetern. Innerhalb der nächsten verändert sich die Farbe der betreffenden Hautstellen. Von einem intensiven Rot wandeln sie sich zu einem blauroten Ton.

Zusätzlich entstehen an den Oberschenkeln neue Hämatome. In der Regel gehen die Hautveränderungen ohne Schmerzen einher. Jedoch kommt es vor, dass Sie ein unangenehmes Jucken oder ein leichtes Brennen spüren. Bei ausgeprägten Einblutungen erkennen Sie nach mehreren Tagen dunkelrote Knötchen, die auf eine stärkere Entzündungsreaktion hinweisen. Sie verfügen über einen Durchmesser von mehreren Millimetern. Leiden Sie unter einer schweren Form der Leukozytenvaskulitis, stirbt die Oberhaut im Zentrum der Knoten ab.

Sie erkennen den Prozess an einer deutlichen Verfärbung der Epidermis. Zunächst zeigt sie sich hellgrau, anschließend bildet sie kleine Blasen. Diese sorgen für die Ablösung von der Lederhaut. Dadurch erkennen die Betroffenen eine nässende Stelle, welche die Experten als Erosion bezeichnen. Im schlimmsten Fall stirbt auch das Gewebe der bindegewebigen Lederhaut ab, wobei es sich um eine Nekrose handelt.

 

Geschieht dies, entstehen schwarze Knötchen, die nach mehreren Tagen abfallen und schmerzhafte Wundstellen hinterlassen. Sie heißen auch Ulzera. Bei der Mehrzahl der Patienten bildet sich die Vaskulitis allergica ohne Vorwarnung. Mehrere Wochen nach der Gefäßentzündung heilen die Einblutungen ab, wobei bräunliche Flecken entstehen. Sobald diese verblassen, weist der Umstand auf den Heilungsprozess hin. Liegt der gesundheitlichen Komplikation eine innere Grunderkrankung zugrunde, treten die Anzeichen schubweise erneut auf.

 

In einigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass die Vaskulitis allergica auch die Gelenke betrifft. Zeigen sich die Knötchen in deren Bereich, leiden Sie unter Gelenkschmerzen. Ebenso kommt es zu Schwellungen, die an den umgebenden Weichteilen auftreten. Häufig bilden sich die Einblutungen an den Sprunggelenken sowie den Knie- und Ellenbogengelenken. Bemerken Sie, dass unangenehme Bauchschmerzen wiederholt Ihren Alltag beeinträchtigen, resultiert dies unter Umständen ebenfalls an der Leukozytenvaskulitis. Hierbei reizen die Immunkomplexe die Gefäßwände innerhalb des Magen-Darm-Trakts. Einen Hinweis können beispielsweise leichte Darmblutungen geben.

 

Weitere Informationen für die Patienten

Seltener kommt es im Bereich der Nieren zu einer Vaskulitis allergica. In dem Fall bemerken Sie in der Regel keine Symptome. Entzünden sich die Gefäße innerhalb der Nierenkörperchen, die auch Glomeruli heißen, sprechen die Ärzte von einer Glomerulonephritis.

Die Erkrankung sorgt dafür, dass Proteine und rote Blutzellen in den Harn gelangen und dort eine Verfärbung bewirken. Bei der Mehrzahl der Betroffenen heilt die Krankheit ohne Folgen ab. Geschieht dies nicht, droht eine chronische Störung der Nierenfunktion. Als Fachwort verwenden die Experten den Begriff “Niereninsuffizienz”.

Die Wahrscheinlichkeit der Nierenbeteiligung steigt, wenn die Einblutungen auch oberhalb der Gürtellinie auftreten. Ebenso kommt es vor, dass die Gefäßentzündung die inneren Organe in Mitleidenschaft zieht. Diese Sonderform der Vaskulitis allergica nennt sich Purpura Schoenlein-Henoch.

 

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