Zu hohe Leukozyten in der Schwangerschaft

26. Februar 2018

Warum sind bei Schwangeren die Leukozyten hoch?

Während der Gravidität diagnostizieren die Mediziner bei den schwangeren Frauen erhöhte Leukozytenwerte. Speziell in der 38. Schwangerschaftswoche erhöht sich die Anzahl der weißen Blutzellen stark. Diese liegen deutlich über der Normgrenze.

bei Schwangeren die Leukozyten hoch

Schwangerschaft Copyright: fizkes bigstockphoto

 

 

Symptome erhöhter Leukoyzen in der Schwangerschaft

Bei eine Erhöhung der Leukozyten bemerken die betroffenen Frauen deutliche Anzeichen, beispielsweise weiße Flocken im Urin. Diese treten im Morgenharn auf, den die Mediziner aufgrund dieser Erscheinung als “flockigen Urin” bezeichnen. Bei Menschen, die kein Kind in sich tragen, deutet dieser auf eine Infektion oder eine nicht komplett funktionierende Niere hin.

Erwarten die weiblichen Patienten ein Baby, besteht die Leukozytose nicht als Anzeichen einer Krankheit. Vielmehr weist die zeitweilige Erhöhung der weißen Blutkörperchen auf die fortschreitende Entwicklung des Ungeborenen hin. Um das Kind vor Erregern zu bewahren, bildet die Mutter vermehrt Leukozyten. Ab der 38. Schwangerschaftswoche ist der Fötus geburtsbereit. Da die Frauen übermäßig viele weiße Blutzellen produzieren, kommt es zu einem gesteigerten Abbau. Neben den Flocken im Harn führt dieser beispielsweise zu einer veränderten Farbe der Körperflüssigkeit.

Veränderte Leukozytenwerte zum Schwangerschaftsbeginn

Bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft steigt die Leukozytenzahl im Organismus der werdenden Mütter. Sind die Leukozyten zu hoch, stärkt ihr Körper dadurch die Immunabwehr. In der Regel steigt der Wert vorerst nur knapp über den Normbereich.

Dadurch weisen die Betroffenen noch keine sichtbaren Symptome der Leukozytose auf. Im Verlauf der Schwangerschaft baut der weibliche Organismus einen Teil der Abwehrzellen ab, da der Embryo zunehmend selbst Leukozyten bildet. Bereits ab dem siebten Schwangerschaftsmonat besitzt das Ungeborene die Fähigkeit, die Immunabwehr eigenständig aufrechtzuhalten.

Nach seiner vollständigen Entwicklung verfügt der Embryo zwischen 9.000 und 30.000 weiße Blutzellen in einem Milliliter Blut. Ebenso könnte im Körper der Mutter nach der Geburt des Kindes die Anzahl der Leukozyten hoch sein. Die Patientinnen bemerken weiterhin die weißen Flocken im Harn.

Diese resultieren aus geistigen und körperlichen Stresssituationen. Die Geburt und die nachträgliche Sorge um den Nachwuchs gehen mit starken Belastungen für die Mutter einher. Demnach benötigt ihr Körper eine gestärkte Immunabwehr, um Krankheitserreger fernzuhalten. Befindet sich die Kindsmutter im Wochenbett, steigt die Anzahl der weißen Blutzellen auf bis zu 20.000 Stück pro Milliliter Blut.

Erhöhte Leukozyten im Urin in der Schwangerschaft

Weiße kleine Stücke im Harn – woher stammen sie?

Neben dem flockigen Urin treten im Morgenurin Schwangerer und junger Mütter feste, weiße Partikel auf. Erweisen sich ihre Leukozyten als zu hoch, bestehen die Stückchen als getrockneter Zusammenschluss der Abwehrzellen. Das Phänomen entsteht, wenn die Überproduktion das Normalmaß der Antikörper in der Gravidität übertrifft. Zu den häufigen Ursachen zählen:
• eine Entzündung im Körper,
• eine Krebserkrankung,
• eine Virusinfektion
• sowie eine Autoimmunerkrankung.

Bemerken Sie die festen Partikel im Harn, informieren Sie frühzeitig Ihren Hausarzt. Dieser forscht nach dem Grund für deren Entstehung, um den Fötus zu schützen.

Was geschieht, wenn die Leukozytose während der Schwangerschaft ausbleibt?

Erhöht sich die Zahl der Antikörper während der Schwangerschaft nicht, fehlt dem ungeborenen Kind der Immunschutz.

Zudem steigt durch die fehlenden Leukozyten die negative Wirkung kleinster Alkoholmengen. Nehmen die werdenden Mütter alkoholhaltige Getränke zu sich, riskieren sie psychische Fehlfunktionen des Kindes. Zu dem Ergebnis kommt die 2012 veröffentlichte Studie: “Fetal Alcohol Exposure and IQ at Age 8: Evidence from a Population-Based-Birth-Cohort-Study”. Sie stammt von Sarah J. Lewis et al.

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