Leukozytenwerte

Die Leukozytenwerte geben die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut an. Die Angabe der Leukozytenwerte erfolgt als 1.000 pro Mikroliter. Die weißen Blutkörperchen sind nach Aufgabe, Form und Herstellungsort im Körper zu unterscheiden.

Blutbahn mit Erythrozyten, Thrombozyten und LeukozytenAufgabe der Leukozyten im Körper

Die Leukozyten sind Teil des menschlichen Immunsystems. Sie helfen, Krankheitserreger abzuwehren und zu bekämpfen. Granulozyten phagozytieren alle Fremdpartikel im Körper. Lymphozyten gehen als Teil des spezifischen Abwehrsystems spezifischer gegen Krankheitserreger vor.

Leukozytenwerte im Differenzialblutbild erkennen

Die Leukozytenwerte bestimmen Labortechniker durch eine Blutprobe in einem medizinischen Labor. Die Leukozytenwerte sind nach Giemsa in einem Blutausstrich zu differenzieren:

  •        60 Prozent neutrophile Granulozyten, davon 55 Prozent reifere Granulozyten und fünf Prozent jüngere Granulozyten,

Bei einer Leukämie treten auch pathologisch verformte weiße Blutkörperchen auf, die einen Hinweis auf die Erkrankung liefern.

Altersgemäße Normgrenzen der Leukozytenwerte

Die Konzentration der Leukozyten im Blut ändert sich im Lauf des Lebens. Daher sind die Normgrenzen der Leukozytenwerte bei unterschiedlichem Alter verschieden. Bei 1000 pro Mikroliter haben Kinder bis sechs Jahre eine Konzentration von 5,0 bis 14,5 als Normgrenze.

Die Leukozytenwerte bei Kindern bis zu zehn Jahre betragen 4,5 bis 13,5. Kinder bis 14 Jahre verzeichnen eine Leukozytenkonzentration im Blut von 4,5 bis 13,0. bei Erwachsenen ist die Normgrenze für die Leukozytenwerte 4,4 bis 11,3. Dabei ist zu beachten, dass unterschiedliche medizinische Labors die Normgrenzen geringfügig unterschiedlich angeben. Sie hängen von Messverfahren und Messgerät des jeweiligen Labors ab. Auf den Blutergebnissen sind die Normwerte daher mit angegeben.

Leukozytenwerte im Körper zu hoch

Als Leukozytose bezeichnen Mediziner erhöhte Leukozytenwerte. Diese gehen mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Infektion zurück, die Bakterien im Körper ausgelöst haben. Das ist nicht die einzige Möglichkeit einer Diagnose. Weitere mögliche Auslöser für nach oben abweichende Werte sind:

  •         Stress in physischer und psychischer Form,
  •         Stress, der auf eine Krankheit zurückgeht wie diabetisches Koma oder Leberkoma sowie eine toxische Schilddrüsenüberfunktion,
  •         Rauchen,
  •         Schwangerschaft,
  •         chronische Entzündungserkrankungen,
  •         Einnahme von Kortisonpräparaten,
  •         akuter Blutverlust,
  •         Erkrankungen, die das Knochenmark betreffen wie Leukämie oder Myelofibrose,
  •         Paraneoplasie als Symptome, die einige Tumorarten verursachen,
  •         Pilzinfektionen mit häufig normalen oder zu niedrigen Leukozytenwerten.

> weiterlesen: erhöhte Leukozyten

Leukozytenwerte im Körper zu niedrig

Als Leukopenie bezeichnen Fachleute eine zu niedrige Anzahl an Leukozyten im Körper. Stagniert die Nachproduktion von Granulozyten, deren Bildung im Knochenmark erfolgt, ist das eine Agranulozytose. Nach unten abweichende Werte deuten auf folgende Krankheitsbilder hin:

  •         einige Pilzinfektionen
  •         Viruserkrankungen
  •         Medikamente führen teilweise zu einer Leukopenie. Das beinhaltet besonders Antibiotika, Analgetika (Schmerzmittel), Antikonvulsiva (entkrampfende Mittel), Psychopharmaka und Thyreostatika (Mittel für die Schilddrüse).
  •         Chemotherapie innerhalb einer Krebsbehandlung erzeugt in jedem Fall eine Leukopenie
  •         Strahlentherapie bei einer Krebsbehandlung führt nur gelegentlich zu niedrigen Werten
  •         eine vergrößerte Milz als Splenomegalie, die beispielsweise im Rahmen einer Leberzirrhose entsteht

> weiterlesen: Niedrige Leukozyten

Leukozytenwerte bei Leukämie identifizieren

Tritt eine akute Form des Blutkrebses auf, kommt es vorübergehend zu einem Abfall der Leukozytenwerte im Blut. Das resultiert daraus, dass das Knochenmark durch Blutkrebszellen überfüllt ist. Die normale Blutbildung ist daher nicht möglich. Gelangen krankhafte Zellen in die Blutbahn, steigen die Leukozytenwerte massiv an. Sie sind als atypische Leukozyten im Differenzialblutbild zu identifizieren.

Zusammen mit verschiedenen Symptomen eines Patienten weist die Anzahl der Leukozyten auf bestimmte Erkrankungen hin. Die Werte betrachtet der Arzt nicht losgelöst von anderen Werten. Das, was die Konzentration der Leukozyten sagt, hat mit den übrigen Werten übereinzustimmen. Anderenfalls ist keine differenzierte Diagnose des Patienten durchzuführen.

Eine erhöhte oder niedrige Leukozytenanzahl im Blut ist für sich allein noch kein Grund zur Besorgnis. Das Gesamtbefinden des Patienten entscheidet über das weitere Vorgehen des Arztes hinsichtlich einer Therapie, die zu normalen Werten führt.

Die Granulozyten entstehen im Knochenmark und weisen eine feingranuläre Struktur im Zellplasma auf. Ein unregelmäßiger Kern und eine Größe von zwölf bis 15 Mikrometer dienen der Identifikation der Granulozyten unter dem Mikroskop.

Die Lymphozyten entstehen im Knochenmark sowie in lymphatischem Gewebe, Thymus und Milz. Sie sind kleiner als die Granulozyten und haben einen runden Kern. Deutlich geringer bemisst sich die Anzahl der Monozyten und Plasmazellen, die ebenfalls Gruppen von weißen Blutkörperchen bilden. Die Aufgabe der weißen Blutkörperchen gibt Aufschluss darüber, warum die Feststellung der Leukozytenwerte bedeutsam ist.

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