Diagnose durch eine Leukozytenzählung

Die Leukozytenzählung verfolgt in der modernen Medizin verschiedene Zwecke. Als wichtiger Bestandteil des Blutes gibt die Anzahl Auskunft über den Zustand des Patienten. Bei Frauen und Männern liegt der Normwert der Leukozytenzählung pro Liter Blut bei 3.800 bis 10.500 Zellen. Als Zählkammer kommen verschiedene Exemplare infrage. Regelmäßig verwenden Mediziner die sogenannte Neubauer-Kammer.

Leukozytenzählung

Wozu dient die Auszählung der Leukozyten-Anzahl

Das Verfahren verläuft bei den Patienten gleichbleibend und bedarf umfassender Kenntnisse des zuständigen Mediziners. Die Leukozytenzählung hilft, zwischen einem viralen und bakteriellen Infekt zu unterscheiden. Auf ihrer Grundlage bestimmt der Arzt, welche Therapie für den Kunden infrage kommt. Darunter befinden sich:

  • homöopathische Therapien
  • Heilverfahren
  • antibiotische Therapien

Gegen Viren helfen keine Antibiotika. Naturkundliche Heilverfahren kommen für Menschen mit Allergien gegen chemische Medikamente und als Versuch in Betracht. Darüber hinaus bedürfen bakterielle Infekte der genauen Diagnose. Aus diesem Grund nehmen Mediziner die Leukozytenzählung bei unklaren Anamnesen vor.

Wie verläuft das Zählen?

Zunächst extrahiert das zuständige medizinische Personal Kapillarblut vom Patienten. Früher erfolgte die Leukozytenzählung auf einen Liter Blut. Heute reichen wenige Pipetten aus. Daneben benötigen die Mediziner Einmalartikel, um das Blut zu verdünnen.

Eine End-to-End-Kapillare sowie ein Reaktionsgefäß stehen bereit. Darin befinden sich circa 400 Milliliter Verdünnungslösung. Darüber hinaus hält das medizinische Personal eine Zählkammer, Tupfer und Entsorgungsmaterialien bereit. Diese sind insbesondere in hygienischer Hinsicht wichtig. Aufgrund des Blutkontaktes benötigt das Labor eine Hartbox und einen Entsorgungsbeutel.

Leukozytenzählung

Sodann beschriftet ein zuständiger Pfleger oder der Arzt das Reaktionsgefäß mit dem Namen des Patienten. Auf diese Weise schließen sie Verwechslungen aus. Anschließend entnehmen die Zuständigen das Kapillarblut. Alternativ verwenden die Mediziner sogenanntes EDTA-Blut. Dieses beinhaltet einen Gerinnungshemmer. Vor dem Verwenden für die Leukozytenzählung mischen sie das EDTA-Blut gründlich durch. Dann füllt der Mediziner die Kapillare luftfrei mit Blut. Zum Schutz vor Verunreinigungen entfernt das Personal Blut an den Außenseiten mit einem sterilen Tupfer. Dabei gelangt kein Blut aus der Kapillare.

Sodann gelangt die End-to-End-Kapillare in das bereitstehende Verdünnungsgefäß. Mit kräftigem Schütteln entsteht die benötigte Mischung. Anschließend steht das Gefäß mindestens eine halbe Minute. Auf diese Weise erhält es den optimalen Mischgrad für die Leukozytenzählung.

Derweil bereitet das Personal die Zählkammer vor. Vor dem Einfüllen der Mischung in die Zählkammer schüttelt eine zuständige Kraft die Mischung erneut durch. Die halb volle Füllkapillare verschließt die medizinische Fachkraft mit dem Finger. Im Anschluss kommt die Füllkapillare an die Zählkammer. Eine ausreichende Menge fließt in die Kammer und das Zählen beginnt.

Der Kondensor gehört bei der Leukozytenzählung abgeblendet oder auf die untere Position. Der Mediziner spannt die Kammer im Mikroskop auf dem Kreuztisch ein. Das Objektiv zeigt auf der Präparatebene eine Vergrößerung von eins zu zehn. Die Zählweise erfolgt im L-Format für jedes Quadrat einzeln. Auf die jeweilige Kammerseite notieren die Zuständigen die einzelnen Zählsummen.

Abweichungen notieren die Mediziner anhand des Mittelwertes von zehn Prozent der Abweichung. Bei geringen Werten von unter 70 Zellen pro Quadrat erfolgt eine erneute Verdünnung. Bei mehr als 400 Leukozyten pro Großquadrat bedarf es einer stärkeren Verdünnung.

Wie entsteht die zählbare Lösung?

Die Verdünnungslösung besteht aus sogenannter Türck’scher Lösung. Diese zerstört die roten Blutkörperchen. Die zurückbleibende Lösung enthält auf der sichtbaren Ebene fast ausschließlich die Leukozyten. Die Lösung enthält farbige Beimengungen. Diese färben in der Mischung die Leukozytenkerne violett ein.

Welches Ergebnis trifft welche Aussage?

Niedrige Leukozytenzahlen nach der Leukozytenzählung sprechen für einen viralen Infekt. In den ersten zwei bis drei Tagen nach dem Ausbruch eines Infektes sind bei beiden Infektarten hohe Leukozytenzahlen zu finden. Bei verschiedenen Erregern befinden sich die Leukozytenzahlen ungeachtet der Fremdkörper im Normalbereich. Nach der eigentlichen Leukozytenzählung reinigt das Personal die Zählkammer gründlich. Es bedarf der Desinfektion sowie der Sterilisation.

Die Leukozytenzählung bedient wesentliche Elemente der Humanmedizin. Der Vorgang verläuft innerhalb eines mikroskopischen Prozesses und bedarf der Genauigkeit. Die Verdünnung und exakte Mischung sorgen für aussagekräftige Verhältnisse.

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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► Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan