Phagozytose

Erklärung der Fresstätigkeit der Zelle

Der Begriff Phagozytose bezeichnet übersetzt die Fress-Tätigkeit der Zelle, es handelt sich dabei um das Aufnehmen kleinerer Teilchen in den Zellleib einer eukaryotische Zelle. Diesen Prozess führen Protisten und Vielzeller-Zellen durch.

Wie definiert sich dieser Prozess?

Das Synonym für die Phagozytose lautet Fremdkörper-Aufnahme. Experten nennen dieses Verfahren „das Einverleiben von fremdem Material in den Zellleib“. Dabei nehmen einzelne eukaryotische Zellen Partikel oder kleinere Zellen in sich auf. Somit gilt dieses Geschehen als Teil der Endozytose. Die aufgenommenen Teilchen zeigen sich in fester, extra-zellulärer Form.

Fresszelle

 

 

Die Fähigkeit zur Phagozytose

Die Fähigkeit zur Phagozytose besitzen die Protisten. Dieser Fachausdruck bezeichnet wenig- oder einzellige Eukaryoten. Beispielsweise gehören Pilze und Algen in diese Gruppe. Des Weiteren führen einzelne Zellen eines Vielzellers die Phagozytose durch. In der Regel kümmern sich diese um die intrazelluläre Verdauung.

Das Verfahren der Phagozytose verläuft aufgrund einer Vermittlung der Rezeptoren. Als grundlegendes Element zeigt sich das Aktin-Zytoskelett beteiligt. Relevanz bei diesem Prozess erhält die Größe der aufgenommenen Teilchen. Diese besitzen im Regelfall eine Größe von mehr als 200 Mikrometern.

Im Körper läuft die Phagozytose als wichtiger Prozess ab. Durch das Fressen der kleineren Zellen bekämpft der Körper exogene Antigene. Zu diesen zählen beispielsweise die Bakterien. Speziell im Organismus des Menschen existieren dendritische Zellen, die Antikörper phagozytieren. Die zerteilten Partikel merken sich die MHC-II-Rezeptoren der Zellen im Immunsystem. Bei einem erneuten Befall sind diese zu einer Abwehr der Antigene fähig. Damit bedingt die Phagozytose die Zusammenarbeit des Körpers und der Pathogene. Dieser Ablauf verbindet die angeborene und die spezifische Immunität.

 

Wie funktioniert eine Phagozytose

Bei der Phagozytose schließen die fressenden Zellen die Antikörper ein. Durch das Einstülpen und Abschnüren der Zellmembran verleiben sich die Zellen die Partikel ein. Dabei entstehen größere Vesikel. Diese nennen sich Phagosomen. Zusammen mit Enzym enthaltenen Lysosomen wandeln sie sich in Phago-Lysosomen um. In diesem Endstadium der Zelle kommt es zu dem enzymatischen Abbauen der eingeschlossenen Teilchen.

Was macht einen Phagozyt aus?

Im menschlichen Organismus gibt es unterschiedliche Arten von zur Phagozytose fähigen Zellen. Eine Vielzahl von diesen gehört zu den Zellen des Immunsystems. Diese zeigen sich in Form von

  • dendritischen Zellen,
  • im Gewebe enthaltenen Makrophagen,
  • als Vorläufer-Zellen bezeichnete Monozyten
  • und Granulozyten.

Der Fachbegriff Phagozyt heißt in der Übersetzung Fresszelle. Innerhalb des Zellplasmas zeigen sich diese Zellen frei beweglich. In der Regel gelten die Phagozyten als im Gewebe haftende Zellkörper. Ihre Unterteilung in die drei Hauptklassen bezieht sich nicht auf die Aufnahme der verschiedenen Antikörper.

 

Das Verfahren im Körper des Menschen

Das gesamte Verfahren startet mit dem nicht spezifischen Erkennen der Fremdkörper. Zunächst binden die phagozytierenden Zellen dieses an ihre Membran. Bei dieser Bindung erhalten die Lektine sowie Oberflächen-Glykoproteine eine wichtige Bedeutung. Zur Zell-Verdauung schmelzen im Inneren der Zelle die Lysosomen und die Phagosomen zusammen. Dabei entstehen Spaltprodukte, die Eigenschaften der umschlossenen Fremdkörper enthalten. Wehrt der Organismus bakterielle Krankheitserreger und Viren ab, spielt die Phagozytose eine tragende Rolle.

Nehmen die fressenden Zellen Fremdkörper in sich auf, die Gefahrensignale aussenden, entsteht im Körper eine Entzündungs-Reaktion. Einige zur Phagozytose fähigen Zellen spezialisieren sich auf den Zelltod. Mit der Aufnahme von gefährlichen Antikörpern verhindern sie ein Beschädigen des Gewebes. Es existieren zahlreiche Arten von Phagozyten. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass sämtliche Prozesse im Körper simultan ablaufen. Die Zellen, die Phagozytose betreiben, verfügen über unterschiedliche Rezeptoren. Dadurch erkennen sie verschiedene Antikörper.

 

Das Verfahren bei den Protisten

Verleiben sich Einzeller bei der Phagozytose einen Fremdkörper ein, kommt es zu einer Veränderung der Zellform. Dies geschieht durch Pseudopodien genannte Scheinfüßchen oder den Vorgang des Einstülpens. Dieser Prozess heißt in der Fachsprache Invagination. Durch das Verfahren schließen die Einzeller die aufgenommenen Partikel in Nahrungs-Vakuolen ein. Hier beginnt der eigentliche Prozess der Verdauung.

 

Gibt es Komplikationen bei dem Phagozytieren?

Der Phagozytose-Prozess hängt eng mit der Immunität des Menschen zusammen. Während des Verfahrens kommt es zu mehrfachen Wechselwirkungen zwischen den Phagozyten und den eingeschleusten Fremdkörpern. Es gibt verschiedene Faktoren, die bei dem Prozess oder den dazu benötigten Mediatoren eine Erkrankung auslösen. Um bei betroffenen Patienten eine Diagnose zu stellen, erhält eine Anamnese während des Phagozytierens eine hohe Relevanz.

Die Phagozytose besteht als Prozess der Einverleibung von Fremdkörpern und Partikeln. Die dazu fähigen Zellen nennen sich Phagozyten. Sie befinden sich im menschlichen Organismus in Form von Granulozyten, Monozyten und dendritischen Zellen. Im Körper des Menschen hilft dieses Verfahren gegen bakterielle Erreger, während es bei Protisten der Verdauung dient.

 

© Juan Gärtner – Fotolia.com

weitere Infos:

http://www.ns-eugenik.de/labor/phago.htm

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