Leukozytose mit Linksverschiebung

Linksverschiebung – konzentriertes Auftreten von jungen, neutrophilen Granulozyten

Über eine detaillierte Blutuntersuchung kann die Leukozytose mit Linksverschiebung im Labor diagnostiziert werden. Sie gilt als eindeutiges und wichtiges Warnsignal des Körpers. Dieser Beitrag beleuchtet Ursachen, Diagnose und Rahmenbedingungen für eine fachgerechte Behandlung dieser Form von Leukozytose.

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Ihre Ursache liegt in einem erhöhten Anteil der weißen Blutkörperchen begründet. Circa 4.400 bis 11.300 weiße Blutkörperchen (Leukozyten) pro Mikroliter Blut gelten als normal. Höhere Werte sind ein Signal für Leukozytose. Schließlich gilt sie als klassisches Symptom oder alarmierende Begleiterscheinung zahlreicher Krankheiten.

Darunter fallen vorrangig heftige Infektionskrankheiten des menschlichen als auch tierischen Organismus im fortgeschrittenen Stadium. In Einzelfällen können die Erkrankungen auch bakterielle Ursachen aufweisen. Kinder als auch Erwachsene, darunter vor allem ältere Personen, sind von Leukozytose mit Linksverschiebung betroffen.

Was ist eine Leukozytose mit Linksverschiebung?

Die Lehre der Physiologie (Hämatologie) beschäftigt sich mit diesem Erscheinungsbild. Es beschreibt die Linksverschiebung, wie beispielsweise bei der Leukozytose, als konzentriertes Auftreten von jungen, neutrophilen Granulozyten. Diese bilden eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Diese Erscheinung bestätigt, dass eine vorherrschende Infektion ihren Höhepunkt erreicht hat.

Bei einem Großteil der Diagnosen handelt es sich um bakterielle Infektionen. Darüber hinaus können maligne Erkrankungen wie Tumore oder Koma Diabeticum die Ursache für eine Mehrproduktion der Leukozyten sein. In Ausnahmefällen zeigen sich Granulozyten-Vorstufen im Blutbild. Zu diesen gehören Myelozyten oder Metamyelozyten.

Typische Veränderungen des Differenzialblutbildes bei Leukozytose (Linksverschiebung):

-Mehrbildung von unreifen Zellen (aus myeloischen Reihe)
-Großteil dieser fast ausgereift: Metamyelozyt und Myelozyt
-geringer Anteil gering ausgereift: Promyelozyt als auch Blast

Entstehung von Leukozytose mit Linksverschiebung

Das Knochenmark setzt große Mengen noch unreifer Zellen frei. Dieser Vorgang wird durch erhöhten Verbrauch dieser beschleunigt. Infektionskrankheiten, Osteomyelosklerose oder chronische myeloische Leukämie (CML) können der Grund dafür sein. Es gelangt eine immense Menge dieser Zellen ins Blut. Diese Art der reaktiven (entzündliche) Linksverschiebung wird als Leukozytose bezeichnet. Mithilfe des Zytozentrifugen-Leukozytenkonzentrats kann eine Leukozytose mit Linksverschiebung diagnostiziert werden.

Anteil der Granulozyten bei Leukozytose mit Linksverschiebung

Ein gesundes Blutbild weist ebenso einen minimalen Anteil an stabkernigen Granulozyten auf. Bei einem Auftreten ab 5 % wird von einer Linksverschiebung (Leukozytose) gesprochen. Bei Blutuntersuchungen in Praxen von Allgemeinärzten gehört diese Linksverschiebung der Leukozyten zu den häufigsten Auffälligkeiten.

Prof. Dr. med. Claudio Denzlinger verdeutlicht an dieser Stelle, dass eine Leukozytose in verschiedene Kategorien eingeteilt werden kann. Nur mithilfe einer klinischen Abklärung als auch einer detaillierten Anamnese können diese definiert werden. Eine Leukozytose mit Linksverschiebung gehört zu einer fortgeschrittenen Stufe, bei der Patienten ärztlich überwacht werden sollten.

Des Weiteren sind zusätzliche Untersuchungen notwendig. Entsprechend negative Befunde können erste Anzeichen einer chronische myeloische Leukämie (CML). Bereits im ersten Stadium des Krankheitsverlaufs zeichnet sich eine Leukozytose mit Linksverschiebung deutlich ab.

Behandlung: Leukozytose mit Linksverschiebung als Laborsymptom

Die Diagnose Leukozytose mit Linksverschiebung gilt nicht unbedingt als Indikation für Behandlungen. Dennoch muss sie ohne Ausnahme ärztlich abgeklärt werden, da sie ein breites Spektrum an bösartigen Erkrankungen als Ursache haben kann. Sollten die ursprünglichen Auslöser einer Linksverschiebung nicht über Blutuntersuchungen zu gewinnen sein, ist eine zeitnahe Knochenmarkspunktion notwendig.

Diese sollte gerade bei Patienten der Intensivstation schnellstmöglich geschehen. Das Gleiche gilt für jungen Menschen unter 16 Jahren. Hier tritt diese Art der Leukozytose oft als Folge von chronischen als auch seltenen Infektionen auf. Weitere Ursachen wie schwerwiegende Traumata oder Verbrennungen gehören ebenso dazu.

Als alarmierende Signale für eine rasche Behandlung gilt eine konstante Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Patienten. Auch parallel verlaufende Veränderungen weitere Blutzellen, wie den Thrombozyten und eine Konzentration der Leukozyten von 100.000 pro Mikroliter Blut gelten als unbedingte Indikation für eine Senkung der Leukozyten. Im Extremfall droht die Gefahr von Gefäßverschlüssen wichtiger Organe.

Ausblick

Eine leichte Leukozytose mit Linksverschiebung kann darüber hinaus beispielsweise bei Rauchern, Schwangeren oder körperlich, stark belasteten Menschen auftreten. Bei diesem Personenkreis ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen als leicht erhöht.

Dies gilt ebenso bei Einnahme von Glucocorticoiden, wie beispielsweise Cortisol oder hämatopoetischen Wachstumsfaktoren (G-CSF und Ähnliche). Die medizinische Praxis steht diesbezüglich immer wieder auf ein Neues vor der Herausforderung, mögliche Risiken von Medikamenten auf ganzheitliche Weise zu betrachten.

Darüber hinaus beschäftigt sich die alternative Medizin mit dem komplexen Thema der Leukozytose mit Linksverschiebung. In jedem Fall müssen die körpereigenen Anzeichen ernst genommen werden. Eine Selbstbehandlung ist nicht möglich. Es bedarf einer unbedingten ärztlichen Kontrolle über einen längeren Zeitraum.

weiterführend:
http://flexikon.doccheck.com/de/Linksverschiebung
Prof. Dr. med. Claudio Denzlinger: http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1646450

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