Boorelliose und Zeckenbiss: erhöhte Leukozyten

Warum gibt es erhöhte Leukozyten bei einem Zeckenbiss?

Zecken gehören zu den blutsaugenden Insekten, die eine Wunde in die Haut ihrer Wirte reißen. Dabei sammelt sich in der Verletzung Blut, das die Parasiten über einen Rüssel einsaugen. Im Englischen nennen sich diese Arten von Schädlingen Pool feeder. Während der Nahrungsaufnahme spuckt die Zecke unverdauliche Rückstände in die Wunde. Auf die Weise gelangen Bakterien und Viren in den Blutkreislauf der Betroffenen.

Leukozyten bei Zeckenbiss

erhöhte Leukozyten bei einem Zeckenbiss? Urheber: babar760 / 123RF.com

 

Durch das Eindringen der Erreger produziert der Organismus vermehrt Antikörper. Demnach existieren erhöhte Leukozyten bei einem Zeckenbiss. Befinden sich im Inneren des Ektoparasiten Borrelien, infiziert sich der Patient unter Umständen mit der Borreliose. Die daraus resultierenden Symptome betreffen vorwiegend das Nervensystem.

Erhöhte Leukozyten bei Borreliose – die Zusammenfassung

Zecken lauern vorwiegend auf Gräsern und Büschen. Gehen Tiere und Menschen an ihnen vorbei, krallen sich die Parasiten an Fell und Kleidung fest. Sie suchen eine geeignete Einstichstelle in der Haut ihrer Wirte und beißen mit ihrem Klauenkiefer in die oberste Hautschicht. Ein körpereigenes Betäubungsmittel verhindert, dass die betroffenen Personen Schmerzen verspüren. Dadurch bemerken sie die Zecke oftmals erst nach dem „Andocken“.

Je länger das Tierchen Blut saugt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Borrelien in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Die erhöhten Leukozyten bei einem Zeckenbiss resultieren aus dem Eindringen der Erreger. Ebenso wie Bakterien geraten sie in die Wunde und verteilen sich in der Blutbahn. Demnach zieht ein Zeckenstich unter Umständen gefährliche Folgekrankheiten nach sich.

Leukozyten bei Zeckenbiss

erhöhte Leukozyten bei einem Zeckenbiss? Urheber: babar760 / 123RF.com

Wie reagiert der Körper auf den Zeckenbiss?

Die Zecken gehören zu den Ektoparasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Bevorzugt verbeißen sich die Tiere in dünne und gut durchblutete Hautschichten. Zu der Erkenntnis kam die Forscherin Dr. Anja Reichert. Die bundesweite Studie fand im Auftrag der Baxter Deutschland GmbH statt. Durchsticht die Zecke mit ihrem Hypostom – dem Stachel – die Haut, dringen Fremdkörper in den Körper der Betroffenen ein. Dazu gehören beispielsweise Viren, Bakterien sowie Schmutzpartikel. Durch die Antigene aktiviert sich die körpereigene Abwehr. Das bedeutet, es kommt zu einer vermehrten Produktion von weißen Blutzellen.

Die erhöhten Leukozyten bei einem Zeckenbiss erweisen sich als normale Reaktion des Organismus. In vielen Fällen stellt der Stich des Parasiten keine Gefahr dar. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass sich im Körper des Schädlings Borrelien befinden. Der Virus Borrelia burgdorferi sensu lato gehört zur Gattung der Spirochäten. Er infiziert die Patienten mit der Lyme-Borreliose. Die Erreger verteilen sich acht bis zwölf Stunden nach dem Zeckenbiss im Blutkreislauf des Menschen. Sie verbreiten sich dabei lokal sowie systemisch. Dieses Verhalten bestätigt Dr. med. Sam T. Donta in der Donta-Studie „Spät- und chronische Borreliose“.

Zusammen mit ihrem Speichel verabreicht die Zecke ihrem Wirt ein entzündungshemmendes Sekret. Dieses verhindert die körpereigene Immunabwehr an der Bissstelle. Daher vernichtet der menschliche Organismus die Borrelien nicht direkt nach dem Eindringen. In Deutschland liegt das Risiko, an der Lyme-Borreliose zu erkranken, bei 0,3 bis 1,4 Prozent. Der Wert stammt aus dem RKI Ratgeber für Ärzte. Die Zecken, die den Virus in sich tragen, leben nicht ausschließlich in Wäldern. Selbst in Gärten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Zeckenstich zu erleiden.

In einer Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2001 kommt es zur Auswertung einer Studie im Landkreis Brandenburg. Hierbei bestätigen die Wissenschaftler, dass der direkte Kontakt mit Büschen einen Risikofaktor für eine Borreliose-Infektion darstellt. Dringen die Viren in den menschlichen Organismus ein, aktivieren sich die Antikörper. Hierbei steigen die weißen Blutkörperchen über ihren Normwert, der bei 4.000 bis 10.000 Stück pro Mikroliter Blut liegt. Die erhöhten Leukozyten bei Borreliose gelten als Hinweis auf die virale Infektion.

 

Wie erkennt der Arzt die Borreliose?

Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine multisystemische Infektionserkrankung. Das bedeutet, dass die Infektion jedes Organ betreffen kann. Vorwiegend befallen die Erreger jedoch das Nervensystem, das Gewebe sowie die Gelenke. Sie verteilen sich erst mehrere Stunden nach dem Zeckenstich im Organismus. Daher besteht die Notwendigkeit, den Parasiten frühzeitig aus der Haut zu entfernen. Das geschieht mit einer spitzen Pinzette oder einer sterilen Nadel. Wichtig ist, die Zecke nicht zu quetschen. Während des Prozesses übergibt sich das Tier und die Borrelien gelangen in das Blut des Wirts.

Die erhöhten Leukozyten bei Borreliose gelten als symptomatische Erscheinung nach der Infizierung. Auf die Weise versucht die körpereigene Immunabwehr, die Erreger aufzuspüren und zu vernichten. Jedoch gehören zu der Borreliose-Therapie antivirale Medikamente, um die Arbeit der weißen Blutkörperchen zu unterstützen. Ohne eine rechtzeitige Behandlung entwickelt sich die akute Erkrankung unter Umständen zu einer chronischen Borreliose. Bei der akuten Form der Krankheit unterscheiden sich drei Stadien:

  • Lokalinfektion,
  • Ausbreitung
  • und chronische Infektion.

Die lokale Infektion bemerken die Patienten anhand eines roten Rings, der sich um den Zeckenstich bildet. Das Symptom nennt sich Wanderröte, wobei die Irritation nach wenigen Tagen verschwinden kann. Verblasst der Ring, heißt das jedoch nicht, dass eine Heilung der Krankheit erfolgt. Im Zuge einer Blutuntersuchung erkennen die Mediziner erhöhte Leukozyten bei einem Zeckenbiss. Wissen die Patienten nichts von dem Parasitenbefall, diagnostizieren die Ärzte ihn anhand der Blutwerte.

 

Zehn Tage bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich folgt die Borreliose-Grippe. Die Betroffenen verspüren allgemeine Krankheitsanzeichen wie Fieber, Müdigkeit und Gelenkschmerzen. Husten und Schnupfen bleiben aus. Dennoch vermehren sich während der speziellen Form der Grippe die weißen Blutzellen. Bereits im ersten Stadium kommt es bei der Borreliose zu erhöhten Leukozyten. Vier Wochen nach dem Biss breiten sich die Erreger im gesamten Körper aus. Während dieser Zeit verschlimmern sich die Merkmale der Erkrankung. Beispielsweise leiden die Betroffenen an:

  • schmerzhaften Neuralgien im Gesicht,
  • starkem Fieber,
  • Schweißausbrüche,
  • Entzündungen der Gelenke,
  • einer Beeinträchtigung des Tast- und Sehsinns,
  • hohem Blutdruck
  • und Herzrasen.

 

Die erhöhten Leukozyten bei Borreliose bleiben in dem Stadium erhalten. Jedoch hält der Organismus die Überproduktion nicht über einen längeren Zeitraum aufrecht. Aus dem Grund entstehen Schwankungen bei den Blutwerten. Bleibt eine rechtzeitige Therapie aus, entwickelt sich die Lokalinfektion zu ihrer chronischen Form. Das heißt, die Krankheit bricht in verschiedenen Abständen wiederholt auf. Dabei verschlechtern sich die Anzeichen stetig. Da keine Impfung gegen die Borrelien existiert, erhält eine frühzeitige medikamentöse Behandlung einen hohen Stellenwert.

 

weiterführend:

Informationen rund um den Zeckenbiss

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