Funktionsstörung der Leukozyten: Weiße Blutkörperchen erfüllen ihre Immunaufgaben unzureichend

Bei einer Leukozyten-Funktionsstörung erfüllen die weißen Blutkörperchen ihre Funktionen unzureichend. Die zugehörigen Aufgaben stammen aus unterschiedlichen Bereichen der unspezifischen und spezifischen Immunabwehr des Körpers. Die jeweilige Funktion hängt von der konkreten Untergruppe der Leukozyten ab.

Auto-Immunhepatitis

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Die Medizin kennt daher mehrere Ausprägungen einer Leukozyten-Funktionsstörung. Als bekannteste Beispiele gelten Autoimmun-Erkrankungen, Leukämien sowie die HIV-Infektion.

Unterschiedliche Arten der Leukozyten mit verschiedenen Funktionen

Die als weiße Blutkörperchen bekannten Leukozyten zählen zur spezifischen und unspezifischen Immunabwehr des Körpers. Sie zerstören Krankheits-Erreger, Pilze, Tumorzellen, Würmer oder fremde Stoffe. Die Leukozyten unterteilen sich in mehrere Arten. Der mengenmäßige Großteil im Blut entfällt dabei auf die neutrophilen Granulozyten, die B-Lymphozyten- sowie die T-Lymphozyten. Jede Art besitzt ihre eigene Funktionsweise, weshalb jeweils unterschiedliche Funktions-Störungen auftreten.

 

Funktions-Störungen der neutrophilen Granulozyten: Verdauungs-Prozess der Mikroben bleibt aus

Die neutrophilen Granulozyten stellen einen Bestandteil der unspezifischen Immunabwehr dar. Bei einer Infektion bewegen sich die Granulozyten zum entsprechenden Ort und nehmen die Mikroben auf. Letztere lösen die Infektion im Gewebe aus.

Eine Leukozyten-Funktionsstörung bei den Granulozyten liegt bei einer sogenannten septischen Granulomatose vor. Im Fall der seltenen Erbkrankheit wandern die neutrophilen Granulozyten zwar zum Infektionsort und nehmen die Mikroben auf, allerdings kommt es beim anschließenden Verdauungs-Prozess der Erreger zu einer fehlerhaften Funktion. Dadurch tragen die genannten Leukozyten nicht mehr wie vorgesehen zur Immunabwehr des Körpers bei. Den betroffenen Patienten drohen kritische Verläufe bei Infektionen.

 

Störungen in der Funktionsweise der T-Lymphozyten

Als einzige Zellen im menschlichen Körper besitzen die B-Lymphozyten die Fähigkeit, Antikörper gegen Krankheits-Erreger zu bilden. Sie erkennen fremde Antigene und produzieren daraufhin passende Antikörper. Zusammen mit den B-Lymphozyten bilden die T-Lymphozyten die erworbene Immunabwehr des Körpers.

Die T-Zellen erkennen Veränderungen oder fremde Substanzen auf den Oberflächen der körpereigenen Zellen. Eine Zelloberfläche verändert sich beispielsweise als Folge einer Mutation oder einer Infektion durch einen Virus. Die anschließend ausgeübte Funktion hängt von der Unterart der T-Lymphozyten ab. Sogenannte T-Killerzellen zerstören alle identifizierten erkrankten Zellen. Dagegen setzen die T-Helferzellen Botenstoffe ein, die wiederum weitere Immunzellen alarmieren.

 

Erfüllen die T-Lymphozyten ihre Aufgaben fehlerhaft, liegt eine Leukozyten-Funktionsstörung vor. In diesem Zusammenhang gelten mehrere Erkrankungen als potenzielle Auslöser. Einige Kinder kommen mit angeborenen Immun-Defekten zur Welt. Das erfordert eine absolut keimfreie Umgebung bei der Pflege der Neugeborenen. Um die Überlebens-Chance der betroffenen Babys langfristig zu wahren, bedarf es einer Transplantation von gesundem Knochenmark.

Neben den ererbten Defekten führen diverse Infektionen zu einer Funktionsstörung bei den T-Lymphozyten. Hierzu gehört die Krankheit HIV. Das Humane Immundefizienz-Virus befällt die T-Zellen und führt letztendlich zu AIDS. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch nimmt die Anzahl der T-Helferzellen permanent ab, bis die Immunabwehr ausbleibt. Dazu drohen durch die beiden Erreger HTLV I sowie HTLV II Funktions-Störungen wie die adulte T-Zell-Leukämie.

 

Darüber hinaus stehen die T-Lymphozyten im Zusammenhang mit Autoimmun-Erkrankungen. Hierbei handelt es sich um Krankheiten, bei denen das Immunsystem irrtümlicherweise den eigenen Körper angreift und gesunde Zellen zerstört. Als Beispiele eignet sich Diabetes mellitus (Typ 1) und multiple Sklerose.

 

Zusätzlich wirken sich einige Medikamente schädlich auf die Funktionsweise der T-Lymphozyten aus. Das trifft etwa auf zellabtötende oder wachstumshemmende Arzneimittel zu. Sie schädigen die T-Zellen und andere Arten der weißen Blutkörperchen. Das verdeutlicht, dass sich eine Leukozyten-Funktionsstörung nicht zwangsläufig auf einzelne Arten begrenzt, sondern mitunter mehrere Untergruppen betrifft. Dadurch kennt die Medizin mehrere Leukämien, bei denen sich unterschiedliche Untergruppen der Leukozyten in Tumorzellen verändern.

 

Zusammenfassung:

Konkrete Art der Funktionsstörung der Leukozyten hängt von der betroffenen Untergruppe ab

Zu den Leukozyten gehören verschiedene Arten der weißen Blutzellen. Jede Untergruppe besitzt unterschiedliche Aufgaben im Rahmen der Immunabwehr des Körpers. Folglich existieren zu jeder Art bekannte Leukozyten-Funktionsstörungen, falls die Immunabwehr nicht wie vorgesehen stattfindet.

► Letzte Aktualisierung am von M. Förster, geprüft durch Dr. rer. medic. Harald Stephan