Plasmazellen

Die Plasmazellen dienen als wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems dem Bilden von Antikörpern. Ihre besonderen Merkmale sind das große Zytoplasma und der exzentrisch liegende Zellkern. Die rundliche bis ovale Plasmazelle erreicht eine Größe von 10 bis 18 Mikrometer. Deren Lebensdauer liegt zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten. Plasmazellen entstehen aus den B-Zellen durch Differenzierung und finden sich vor allem in der Milz, den Lymphknoten und der Darmschleimhaut.

 Plasmazellen im menschlichen Blut

Die Aufgabe der Plasmazellen

Bei einer Plasmazelle handelt es sich um eine besondere Unterform der B-Lymphozyten. Ihre Hauptaufgabe ist das Bilden von Antikörpern, die eine wichtige Schutzfunktion auf den menschlichen Körper ausüben. Die Antikörper bestehen aus speziellen Eiweißen und sind im Blut und anderen Körperflüssigkeiten zu finden. Zusammen mit weiteren komplexen Abwehrsystemen bilden sie das Immunsystem. Die Antikörper schützen den menschlichen Organismus vor

  •         Bakterien, Pilze und Viren,
  •         Tumorzellen,
  •         Tiergifte sowie
  •         zahlreiche natürliche und künstliche Stoffe.

Plasmazellen, wichtiger Bestandteil des Immunsystems

Stoßen B-Zellen innerhalb der Lymphknoten auf T-Zellen, die das Antigen erkennen, bildet ein Teil Plasmazellen. Der andere Teil entwickelt sich zu Gedächtnis-B-Zellen. Bei einem erneuten Zusammentreffen des Organismus mit dem Antigen reagieren sie schneller. Plasmazellen teilen sich im Gegensatz zu den B-Zellen nicht mehr. Sie wandern ins Knochenmark und setzen dort die Bildung von Antikörpern fort.

Ein funktionierendes Immunsystem schützt den Körper vor zahlreichen Infektionskrankheiten. Allerdings erkennt ein Antikörper nur sein eigenes Antigen. Für einen optimalen Schutz sind daher bis zu 100 Milliarden verschiedener Antikörper erforderlich.

Die Plasmazellen sind in der Lage, bis zu 2.000 Antikörper in der Sekunde zu produzieren. Dazu besitzt jede B-Zelle über 10.000 Antikörpermoleküle auf der Membran. Mit dem Eintreten eines Fremdkörpers in den Organismus binden sich die passenden Antigene an diese Antikörper. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer vielfachen Zellteilung, wonach sich die B-Zellen zu Plasmazellen entwickeln. Die Antikörper markieren den Erreger als einen zu beseitigenden Fremdkörper.

Ein ernster Hinweis – Plasmazellen im Blut

Plasmazellen im peripheren Blut sind ein ernster Hinweis auf eine mögliche Leberzirrhose, Virusinfektion oder Multiples Myelom. Letztere Krankheit hat ihren Ursprung in entarteten Plasmazellen, die sich unkontrolliert vermehren. Dabei bilden sie zu 98 Prozent Antikörper.

Während sich das Multiple Myelom an verschiedenen Stellen des Skeletts findet, konzentriert sich das Plasmozytom auf eine einzelne Stelle. Pro Jahr gibt es in Deutschland sechs bis sieben Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. In der Regel treten das Multiple Myelom und das Plasmozytom ab dem 65. Lebensjahr auf.

Die entarteten Plasmazellen verdrängen die gesunden Zellen des Knochenmarks. Dies beeinträchtigt die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Zudem kommt es zu einem Verlust an Knochensubstanz, die mit Knochenbrüchen bei geringen Belastungen oder kleinen Verletzungen einhergehen. Mit dem Abbau der Knochen gelangen größere Mengen an Kalzium in den Kreislauf. Neben einer Fehlfunktion von Nerven und Muskeln kommt es zu einer Schädigung der Nieren. Die gestörte Blutbildung führt zur Blutarmut (Anämie) und zu einem geschwächten Immunsystem. Der Betroffene ist fortan anfälliger für Infektionen, vor allem durch Bakterien. Die verminderte Bildung von Blutplättchen erhöht die Gefahr von Blutungen.

Oftmals entdecken die Ärzte die Multiple Myelom zufällig im Rahmen einer Untersuchung, da im Anfangsstadium keine Beschwerden auftreten. Meistens sind im Blut und Urin die Eiweißwerte erhöht oder die Geschwindigkeit einer Blutsenkung liegt extrem hoch. In der Regel führen Knochenschmerzen die Betroffenen zum Arzt. Zur genauen Diagnose sind weitere Untersuchungen wie eine Punktion des Knochenmarks erforderlich. Bei mehr als 10 Prozent Plasmazellen im Knochenmark, krankhaftem Eiweiß im Blut oder Urin und vorhandenen Organschäden liegt ein symptomatisches Myelom vor. Dagegen sprechen die Ärzte von einem asymptomatischen Myelom, wenn trotz der 10 Prozent Plasmazellen und dem krankhaften Eiweiß keine körperlichen Symptome auftreten.

Das Multiple Myelom gilt als unheilbar. Der Verlauf lässt sich mit der Chemo- oder Strahlentherapie deutlich bremsen. Darüber hinaus eignen sich Behandlungen mit Antikörpern oder Interferon, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Treten im Frühstadium keine Beschwerden auf, erfolgt statt einer Behandlung eine regelmäßige Beobachtung. Dabei untersucht der Arzt das Blut des Patienten, um gegebenenfalls zeitnah mit der Behandlung zu beginnen. Die mögliche Lebenserwartung beträgt ab dem Zeitpunkt der Diagnose zwischen zwei und zehn Jahren.

 

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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