Pilzinfektion und Leukozyten im Urin

Warum sind bei einer Pilzinfektion Leukozyten im Urin?

Was geschieht im Körper bei Pilzinfektionen?

In der Fachsprache nennt sich eine Infektion mit Pilzen Mykose. Der Organismus reagiert auf den Fremdkörper, indem er die Produktion der weißen Blutkörperchen steigert. Gerät ihre Anzahl über den normalen Wert, kommt es zur Ausscheidung über den Harn. Aus dem Grund befinden sich bei einer Pilzinfektion Leukozyten im Urin. Ebenso bewahren die weißen Blutzellen den Körper vor Bakterien, Viren und Parasiten.

Pilzinfektion

Pilzinfektion auf der Haut – Urheber: librakv / 123RF Lizenzfreie Bilder

 

Die Mykosen zeigen sich in unterschiedlichen Formen, wobei die Leukozytenzahl von der Schwere der Erkrankung abhängt. Neben den oberflächlichen Pilzinfektionen existieren die invasiven Krankheiten. Befinden sich die Pilze innerhalb des Organismus, steigt die Konzentration der weißen Blutkörperchen in der Regel zeitnah an.

 

Pilzinfektion und Leukozyten im Urin zusammengefasst

Bei einer Infektion mit unterschiedlichen Pilzarten, aktivieren sich die körpereigenen Abwehrzellen. Die weißen Blutkörperchen spüren die Erreger auf und vernichten sie. Bei einer Mykose gelangen Pilze über die Nahrung oder durch eine Kontaktinfektion in den Organismus. In dessen Folge kommt es zu einer vermehrten Produktion der weißen Blutzellen. Ihre Ausscheidung erfolgt über den Harn. Daher finden die Betroffenen einer Pilzinfektion Leukozyten im Urin.

Sie erkennen die Zellen anhand weißer Flocken im Harn. Um den Körper vor den Erregern zu schützen, geht die Mykose im Regelfall mit der Leukozytose einher. Der Fachbegriff bezeichnet den Anstieg der Konzentration weißer Blutkörperchen.

 

Was passiert bei einer Pilzinfektion?

Bei einer Mykose handelt es sich im Normalfall um eine Pilzerkrankung. Die Infektion geht nicht zwingend mit dem Ausbruch der Krankheit einher. Vorwiegend ein geschwächtes Immunsystem erhöht die Anfälligkeit für die gesundheitliche Komplikation. Zu den bekannten Erregern gehören die Hefen und die Myzelpilze. Kommt es zu einem Infekt, verbreiten sich die Mykosen parasitär innerhalb des lebenden Gewebes. Von den Pilzinfektionen sind neben den Menschen Amphibien betroffen. Sie erkranken an der Chytridiomykose. Eine Studie aus dem Jahr 1998 bringt die Infektion mit dem weltweiten Amphibiensterben in Zusammenhang.

Pilzinfektion

Pilzinfektion auf der Haut – Urheber: librakv / 123RF Lizenzfreie Bilder

Beim Menschen führen die Mykosen oftmals zu Hautausschlägen oder Juckreiz. Die Symptome zeigen sich charakteristisch für die oberflächlichen Pilzinfektionen. Beispielsweise entsteht durch Hefepilze die Krankheit Kandidose. Oftmals befallen die Erreger die Schleimhäute und vermehren sich sprunghaft. Speziell Frauen leiden an dem Scheidenpilz, der mit einem starken Brennen und vaginaler Trockenheit einhergeht. Gelangen die Pilze über die Lunge in den Blutkreislauf, handelt es sich um eine systemische Mykose. Mediziner verwenden ebenfalls die Bezeichnung invasive Pilzinfektion.

In jedem der beiden Fälle führt der Befall der Pilze zu einer gesteigerten Produktion der Antikörper. Die weißen Blutkörperchen besitzen die Aufgabe, Fremdkörper aus dem Organismus zu entfernen. Leiden die Patienten an einer Mykose, sorgt die körpereigene Immunabwehr für eine erhöhte Konzentration der weißen Blutzellen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob die Infektion oberflächlich oder invasiv erfolgt. Bei einem akuten Befall produziert der Organismus vorwiegend kurzlebige Abwehrzellen, deren Form sich von den regulären Zellen unterscheidet.

Das bedeutet, die neu gebildeten weißen Blutzellen verfügen über eine spezielle Größe. Sterben sie nach der Erfüllung ihrer Aufgabe ab, scheidet der Körper sie über den Harn aus. Daher befinden sich im Zuge einer Pilzinfektion Leukozyten im Urin. Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung erscheint die Körperflüssigkeit leicht flockig bis klebrig. Letzteres gilt als Anzeichen für eine hohe Konzentration der weißen Blutkörperchen im Harn.

 

Wie reagiert der Körper auf Mykosen?

Weltweit litten bereits 1,7 Milliarden Menschen in ihrem Leben an einer Pilzinfektion. Zu dem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam in der Studie „Pilze töten bis zu 1,5 Millionen Menschen pro Jahr“. Gleichzeitig belegen die Wissenschaftler das Risiko, das mit einer Mykose einhergeht. Vorwiegend invasive Infektionen bleiben bei den Betroffenen für einen langen Zeitraum unerkannt. Zwar zeigen sich bei der inneren Pilzinfektion Leukozyten im Urin, jedoch verkennen die Patienten die exakte Ursache. Der Grund liegt darin, dass die weißen Blutzellen sich auch bei anderen Fremdkörpern vermehren.

Sobald die Immunabwehr den Pilzbefall erkennt, steigt die Anzahl der Antikörper. Ihre Menge überschreitet in der Folge den normalen Bereich, der bei zwischen 4.000 und 10.000 Stück pro Mikroliter Blut liegt. Beim Anstieg der Leukozyten steigern sich die drei Untergruppen:

  • Lymphozyten,
  • Granulozyten
  • und Monozyten.

Speziell die Lymphozyten befinden sich im Normalfall im lymphatischen System, beispielsweise der Leber oder den Lymphknoten. Bei einer Pilzinfektion gelangen sie in die Blutgefäße, sodass bei einer Blutabnahme eine gesteigerte Konzentration erkennbar ist. Die zeitnahe Überproduktion der Antikörper sorgt dafür, dass manche Zellen eine fehlerhafte Bildung aufweisen. Sie sterben schneller ab und gelangen ebenfalls über den Harn aus dem Körper. Auch aus dem Grund geht die Pilzinfektion mit Leukozyten im Urin einher.

Wann reguliert sich die Leukozytenproduktion?

Erkennen die Betroffenen die weißen Blutkörperchen in der ausgeschiedenen Körperflüssigkeit, sprechen die Ärzte von einer Leukozyturie. Im Regelfall weist das Phänomen auf einen Infekt oder eine Entzündung hin. Leiden die Patienten an einem Pilzbefall, kommt es zum wiederholten Ausscheiden der Antikörper. Oftmals sterben die akut gebildeten Leukozyten innerhalb von vier bis sechs Tagen. Dadurch unterscheiden sie sich von den weißen Blutkörperchen, die der Organismus bei gesunden Menschen bildet. Deren Lebensdauer liegt bei bis zu zwei Wochen. Sobald es zum Absterben der Zellen kommt, bemerken die Erkrankten die weißen Flocken im Urin.

Die Überproduktion der Leukozyten hält der Körper nur über einen bestimmten Zeitraum durch. Erfolgt keine Behandlung der Pilzinfektion, gerät die Fertigung der Leukozyten ins Stocken. Die Leukozytose entwickelt sich zu einer Leukopenie. Unter dem Begriff verstehen die Mediziner eine Anzahl der weißen Blutzellen unterhalb des Normbereichs. In dessen Folge gelangen keine Antikörper in den Harn. Eine Unterbrechung der Leukozyturie erfolgt.

Erst bei einer wieder aufgenommenen Produktion der Leukozyten beinhaltet die Körperflüssigkeit erneut die abgestorbenen Elemente. Kommt es zu einer Therapie der Mykose, reguliert sich die Arbeit der körpereigenen Immunabwehr. Das bedeutet, dass die Anzahl der Leukozyten auf das durchschnittliche Niveau sinkt. In der Folge verschwinden die weißen Flöckchen im Harn. Die Behandlung der Pilzinfektionen orientiert sich an der Art der Erreger und der Schwere des Befalls.

 

 

 

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