Leukopoese – Definition und Prozess

Bildung der weißen Blutkörperchen

Die Leukopoese bezeichnet das Bilden der als weiße Blutkörperchen bezeichneten Leukozyten. Als Teil der Blutbildung findet dieser Vorgang im Knochenmark statt. Das Synonym der Leukopoese nennt sich Leukozytopoese. Der Prozess besteht als Bestandteil der Hämatopoese. Dabei handelt es sich um den Fachausdruck für die Blutbildung. Die weißen Blutkörperchen entstehen während des Vorgangs aus den Stammzellen im Knochenmark.

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Die Definition der Leukozyten-Bildung

Bei erwachsenen Menschen bilden sich die Leukozyten während der Leukopoese in dem roten Knochenmark. Dieses befindet sich im Brustbein und dem Becken. Kinder besitzen zusätzlich das rote Knochenmark zum Bilden des Blutes in den Röhrenknochen. Diese existieren in den Armen und Beinen.

Die eigentliche Anzahl der Leukozyten unterliegt starken Schwankungen. Dabei kommt es auf den gesundheitlichen Zustand des Körpers an. Somit existieren in einem Kubik-Milliliter Blut zwischen 4.000 und 10.000 weiße Blutkörperchen. Diese bewegen sich aktiv. Damit haben sie die Möglichkeit, von der Blutbahn in das Gewebe zu gelangen. Ihre hauptsächliche Aufgabe besteht in dem Abwehren von Erregern und Fremdkörpern in dem Organismus.

 

Wie bilden sich die Leukozyten?

Bei der Leukopoese entwickeln sich die Leukozyten aus den Vorläuferzellen der Stammzellen. Hier teilen sich die weißen Blutkörperchen in verschiedene Rubriken. Somit entstehen diverse Arten von Leukozyten. Deren Häufigkeit hängt von ihrer Aufgabe und Funktionalität ab. Damit die jeweiligen weißen Blutkörperchen ihren zugedachten Dienst erfüllen, prägen sie sich nach ihrer Entstehung in speziellen Organen.

In dem Lymphsystem lernen die Leukozyten, welche Stoffe sich körpereigen und körperfremd zeigen. Zu diesem Lymphsystem gehören die Lymphknoten, die Milz, Mandeln, der Thymus sowie das Knochenmark. Die für die Leukopoese benötigten Stammzellen existieren als pluripotente Elemente. Das bedeutet, dass sie die Möglichkeit haben, sich unterschiedlich zu entwickeln.

Teilt sich eine Stammzelle während der Leukopoese, entstehen keine zwei Tochterzellen. Stattdessen bildet sich eine weitere pluripotente Stammzelle und eine Vorläuferzelle. Die Vorläuferzelle gehört zu einer einzelnen Blutzelle, einer determinierten Stammzelle. Diese reift in einem späteren Prozess weiter. Diese Reifung hängt von dem jeweiligen Wachstumsfaktor, Zytokine, ab. Neues Blut bildet sich, sodass sich auch die Leukopoese stetig wiederholt.

 

Wie teilt sich die Bildung der Leukozyten ein?

Die Leukopoese sorgt für den ständigen Nachschub an weißen Blutkörperchen. Daher läuft dieser Prozess ohne Pause ab. Es entstehen während dieses Vorgangs verschiedene Zellarten. Somit unterteilt sich die Leukopoese in unterschiedliche Bereiche. Zu diesen gehören:

  • die Monozytopoese,
  • die Granulozytopoese
  • und die Lymphopoese, die sich auch Lymphozytopoese nennt.

Die Granulozytopoese sowie die Monozytopoese bestehen als Teilstück der Myelopoese. Deren Bildung vollzieht sich ohne Ausnahme im roten Knochenmark. Dagegen existiert die Lymphopoese als Prozess in den lymphatischen Organen. Somit besteht die Lymphopoese als Part der Leukopoese. Hierbei bilden sich aus einer lymphoiden Stammzelle (CLP) die determinierten Stammzellen. Dies geschieht mit der Hilfe der Zytokine. Dabei entstehen Pro-B-Zellen, Pro-T-Zellen und Pro-NK-Zellen.

 

Die Physiologie des Vorgangs

Beginnt die Leukopoese, existieren multipotente hämatopoetische Stammzellen (MHS). Bei diesen besteht die Möglichkeit, sich in unterschiedliche Blutzellen zu unterteilen. Kommt zu dem Prozess ein Zytokin – beispielsweise TPO – hinzu, entwickeln sich zwei Formen von Stammzellen. Diese bestehen als myeloische Stammzellen und lymphoide Stammzellen. Folgt eine erneute Differenzierung, legen sich die Stammzellen auf die Produktion spezieller Zellen fest. Damit erscheinen sie nicht länger als multipotente Zellen. Stattdessen fungieren sie ab diesem Moment als oligopotente Elemente.

 

Die Myelopoese als Teil der Leukozyten-Bildung

Die Myelopoese besteht als eine Art der Leukopoese. Bi- und unipotente Stammzellen entstehen aus einer myeloischen Stammzelle (CMP). Diese sammeln sich in der Regel in Zellkolonien. Daher nennen sie sich „colony-forming units“. Aus den bipotenten Stammzellen entwickeln sich die neutrophilen Granulozyten. Aus diesen entstehen zwei unipotente Stammzellen. Diese nennen sich Myeloblast und Monoblast.

Besteht die myeloische Stammzelle als unipotentes Exemplar, bilden sich daraus eosinophile Granulozyten. Das Endprodukt heißt in der Fachsprache Eosinophiloblast. Entwickeln sich aus der unipotenten Stammzelle basophile Granulozyten, nennt sich das Resultat Basophiloblast. Aus diesen Blasten entstehen während der Leukopoese in mehreren Schritten die eigentlichen weißen Blutkörperchen. Die Aufteilung in verschiedene Zelllinien erfolgt in einem späteren Verlauf.

Durch das Bilden dieser Stammzell-Kolonien, die sich „Pools“ nennen, birgt die Leukopoese für den Körper zahlreiche Vorteile. Der Organismus reagiert durch diesen Prozess schnell und flexibel auf einen gesteigerten Bedarf an Leukozyten. Dies liegt an der Tatsache, dass sich unipotente Zellen rasanter teilen als die multipotente Variante.

Zusammenfassung:

Als Leukopoese bezeichnen Experten das Bilden der weißen Blutkörperchen, die sich auch Leukozyten nennen. Dabei bestehen bei diesem Prozess verschiedene Teilvorgänge wie die Myelopoese. Während der Bildung prägen sich die verschiedenen Arten von Leukozyten und bereiten sich auf ihre spätere Funktion vor.

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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