Granulozyten

Was Granulozyten sind und worin ihre Aufgabe besteht, gerät vor allem in den Blick, wenn sie in vermehrter oder verminderter Zahl im Blut vorliegen.

Wichtigste Ursache für eine Erhöhung der Granulozyten im Blut ist eine Infektion oder Entzündung. Niedrige Granulozyten Werte treten bei verschiedenen Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten auf. Die genaue Ursache ordnet der behandelnde Arzt nach einem umfangreichen Bluttest zu.

  Blutbahn mit Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten

 

Granulozyten – die weißen Abwehrzellen im Blut

Die verschiedenen Arten der Granulozyten

Die Bezeichnung Granulozyten steht für die zahlenmäßig stärkste Untergruppe der weißen Blutkörperchen, den sogenannten Leukozyten. Ihre Aufgabe ist die Abwehr von Infektionen, deren Ursache Bakterien, Parasiten oder Pilze sind. Granulozyten unterscheiden Wissenschaftler in drei Untergruppen:

  1.         neutrophile,
  2.         eosinophile und
  3.         basophile

Granulozyten. Die neutrophilen Granulozyten unterteilen sie der Form ihrer Kerne nach in

  •         ausgereifte segmentkernige und
  •         unausgereifte stabkernige

Granulozyten.

Wann tritt eine erhöhte Granulozytenzahl auf?

Die sogenannte Granulozytose, also erhöhte Granulozyten, können mit einer Infektion, Entzündung oder chronisch entzündlichen Krankheit wie der rheumatoiden Arthritis verbunden sein. Weitere mögliche Ursachen sind bestimmte Medikamente, ein gestörter Hormonhaushalt oder bestimmte Krebsarten.

 

Weist das Blut verstärkt unreifere, stabkernige Neutrophile auf, sprechen Mediziner von einer Linksverschiebung im Blutbild. Das ist unter Umständen ein Hinweis darauf, dass der Körper eine Infektion bekämpft und sogar unausgereifte Zellen aus dem Knochenmark rekrutiert. Bei einer Vermehrung der eosinophilen Granulozyten spricht der Mediziner von der Eosinophilie.

Eine solche Verschiebung im Blutbild kommt häufig im Zusammenhang mit Allergien, Parasiten- oder Wurmbefall, Infektionserkrankungen und noch während des Abklingens einer Infektion vor. Weitere mögliche Gründe für eine Eosinophilie sind Haut- oder Autoimmunerkrankungen sowie bestimmte Blutkrebsarten. Eine seltene Art der Granulozytose ist die Basophilie, bei der eine Vermehrung der basophilen Granulozyten auftritt. Sie steht in Verbindung mit Krankheiten, die einen erhöhten Blutfettwert verursachen oder Erkrankungen des blutbildenden Knochenmarks.

Wann entsteht eine erniedrigten Granulozytenzahl?

Bei niedrigen Granulozyten spricht der Mediziner von der Granulozytopenie oder beim fast vollständigen Fehlen von Granulozyten von einer Agranulozytose. Ursachen für einen niedrigen Wert der Blutabwehrzellen liegen in bestimmten Infektionen,

Bluterkrankungen, Medikamenten oder Vergrößerung und Überfunktion der Milz. Unter Umständen kommt es zur Verminderung einer Untergruppe der Granulozyten. Eine niedrige Zahl an eosinophilen Granulozyten ist in Verbindung mit folgenden Auslösern zu sehen:

  •         Infektionen,
  •         Stress,
  •         während der Kortisontherapie,
  •         dem Cushing-Syndrom, das sich in einem erhöhten Kortisolspiegel äußert.

Welche Granulozytenwerte sind normal?

Die Angabe des Granulozytenwertes erfolgt entweder absolut als Tausend (Tsd.) pro Mikroliter (µl) oder als prozentualer Wert. Die Angabe in Prozent setzt die Granulozyten in das Verhältnis zu anderen Leukozyten. Für den Granulozytenwert gilt dasselbe, was für alle Werte gilt, die ein Labor ermittelt.

Erst in einem Gesamtzusammenhang ergeben sie einen Sinn und weisen auf den Zustand des Patienten hin. Der Arzt bedenkt bei der Interpretation der Daten seine vorgehende Anamnese und die Vorerkrankungen des Patienten. Veränderungen im Blutbild bleiben ohne diese Informationen ohne Aussage, da der Mediziner zu ihrer Erklärung viele Phänomene als Ursachen heranzieht. Mit den entsprechenden Informationen ist der behandelnde Arzt in der Lage, seinen Patienten richtig zu beraten. Werte, nach denen sich Ärzte richten, sind für Erwachsene:

  •   1,7 bis 7,2 Tausend pro Mikroliter oder 41 bis 75 Prozent für segmentkernige neutrophile Granulozyten,
  •   0,03 bis 0,41 Tausend pro Mikroliter oder bis sieben Prozent eosinophile Granulozyten,
  •    0,01 bis 0,07 Tausend pro Mikroliter oder bis ein Prozent für basophile Granulozyten.

Zu beachten ist, dass Labors unterschiedliche Referenzwerte ansetzen sowie verschiedene Werte ermitteln. Darüber hinaus schwanken sie tageszeitlich und jahreszeitlich bedingt, ohne dass eine Krankheit vorliegt.

Ohne die Interpretation eines fachkundigen Mediziners sind einzelne Laborwerte nicht aussagekräftig und führen zu unnötiger Verwirrung des Patienten. Erst im Zusammenhang mit anderen Werten und in ihrem zeitlichen Verlauf ergeben sie einen Sinn.

  

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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