Febrile Neutropenie: Prävention, Ursachen und Behandlung

Weiße Blutkörperchen schützen den Menschen vor Infektionskrankheiten. Diese Aufgabe übernehmen vorrangig die neutrophilen Granulozyten. Es handelt sich hierbei um eine spezifische Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Aus diesem Grund gilt ein rapider Abfall neutrophiler Granulozyten als auch plötzlich auftretendes Fieber als klare Anzeichen einer febrilen Neutropenie.

Die Temperatur beträgt mindestens 38 Grad Celsius und hält circa 60 Minuten an. Innerhalb von 12 Stunden tritt es zweimal auf. Patienten leiden oft während einer Krebsbehandlung durch Chemotherapie an dieser Mangelerscheinung, welche weitreichende Folgen nach sich ziehen kann.

Blutkörperchen © fotoliaxrender - Fotolia.com

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Prozentual gesehen erkranken 90 % aller Tumorpatienten an Neutropenie unter Zytostatika (Quelle 1). Eine frühzeitige Prophylaxe und Intervention schützt vor lebensgefährlichen Infektionen. Dieser Beitrag beleuchtet die Ursachen, Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten von febriler Neutropenie.

Ursachen der Febrilen Neutropenie auf einen Blick

Grundsätzlich zählen Strahlenbehandlungen und Chemotherapie zu den häufigsten Ursachen der febrilen Neutropenie. Durch die Chemotherapie wird die originäre Funktion des Knochenmarks vorübergehend außer Kraft gesetzt. Das bedeutet, dem Blutkreislauf werden keine neuen Blutkörperchen (weder rote, noch weiße) zugeführt. Von Neutropenie sprechen Fachkräfte genau dann, wenn die Anzahl der Neutrophilen auf weniger als 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut absinkt.

Sobald die Granulozyten unter einen Wert von 500 sinken, wird von einer akuten Neutropenie gesprochen. Das Risiko für Fieber oder Auftreten von Infektionen steigt.
Die beschriebenen Auswirkungen von Therapieformen auf die Abnahme der weißen Blutkörperchen werden im Rahmen einer Stammzell- und Knochenmarkstransplantation gezielt erzeugt. Auf diese Weise siedeln sich fremde Zellen im erkrankten Körper schneller an.

Risikogruppen für febrile Neutropenie

Unter folgenden Umständen tritt die Mangelerscheinung in Begleitung von Fieber in Kombination mit bösartigen Infektionskrankheiten sehr häufig auf:

– Patienten ab 65 Jahre
– nach starker Bestrahlung oder Chemotherapie
– bestehende Grunderkrankungen: Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Herz-, Leber- oder Lungenerkrankung
– Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium
– bestehende Neutropenie
– Mangel an weißen Blutkörperchen bei vorheriger Chemotherapie
– Ausdehnung der Krebserkrankung auf Knochenmark

Zum Schutz vor möglichen Infektionen haben sich Risikopatienten an bestimmte Hygienevorschriften zu halten. Diese haben sich bis dato bewährt, da sie sehr alltagstauglich sind. Beispielsweise gehören regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren dazu. Im klinischen Kontext erhalten besagte Gruppen bereits präventiv Medikamente gegen Infektionen. Nur in akuten Fällen ist eine sofortige Isolierung betroffener Personen notwendig.

Behandlungsmöglichkeiten bei febriler Neutropenie

Das Ziel einer jeden Behandlung bei Neutropenie ist es, die Anzahl der weißen Blutkörperchen zu erhöhen. Diese Entwicklung ermöglichen Wachstumsfaktoren. Bei einer akuten febrilen Neutropenie hat der Arzt die Möglichkeit, ein Medikament mit einem Wirkstoff ähnlich dem „Granulozyten-koloniestimulierender Faktor“ (G-CSF) zu verschreiben.

Die Arznei stimuliert das Knochenmark zur vermehrten Bildung von Neutrophilen (weiße Blutkörperchen). Auf diese Weise wird die Dauer der Neutropenie stark verkürzt. Parallel dazu sinkt die Gefahr, an weiteren Infektionen zu erkranken. Wird dieses Medikament rechtzeitig angesetzt, so kann die Entwicklung einer febrilen Neutropenie sogar vermieden werden. Bewährt hat sich der G-CSF Wirkstoff bei oben benannten Risikopatienten. Internationale Leitlinien sorgen für eine einheitliche Verordnung dieses Faktors. (Quelle 3)
Sobald jedoch Fieber zu den typischen Symptomen einer Neutropenie auftritt, erfolgt eine sofortige Gabe von Antibiotika. In 95 % der Fälle handelt es sich hierbei um vorherrschende Infektionen. (Quelle 2) Das ist vorrangig nach einer Behandlung durch Chemotherapie der Fall. In den meisten Fällen ist zum Zeitpunkt der Einnahme des Medikaments noch gar nicht sicher, um welche Art von Infektion es sich handelt. Aus diesem Grund kommen zu diesem Zweck Antibiotika mit einem breiten Wirkungsspektrum zum Einsatz. Schließlich impliziert die febrile Neutropenie, dass betroffene Patienten über ein nicht funktionierendes Abwehrsystem verfügen. Keime könnten ohne Schwierigkeit in den Körper eindringen. Normalerweise harmlose Erreger wären oft lebensbedrohlich. Ein fachgerechter Einsatz passender Antibiotika dient der effektiven Prävention.

Ausblick – Prognose febrile Neutropenie

Die stete Verkürzung der Dauer einer febrilen Neutropenie steht nach wie vor im Mittelpunkt der Behandlungsmethoden. Schließlich steht die Länge einer Mangelerscheinung in engem Zusammenhang mit den Auswirkungen von Infektionskrankheiten.

Dies spielt vor allem bei der Krebstherapie eine erheblich Rolle. So verlaufen die meisten Therapien mit Todesfolge aufgrund starker Infektionskrankheiten ungünstig. Dem Gegenüber verleihen evidenzbasierte Arbeiten der febrilen Neutropenie insgesamt eine günstigere Prognose. (Quelle 2) Da das auftretende Fieber keiner klinischen Eindeutigkeit unterliegt, muss in jedem Fall von einer Infektion als Ursache ausgegangen werden. Dies hat zur Folge, dass eine febrile Neutropenie in Bezug auf ihre Behandlungsmethoden einer Neutropenie gleicht.

Darüber hinaus zeigt sich im klinischen Alltag, dass die Risikofaktoren mit klar definierten Werten kaum verfügbar sind. (Quelle 3) Diesbezüglich bedarf es weiterer Praxishandbücher mit entsprechenden Schwerpunkten.

Quellen:

(1) http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=32267
(2) http://www.onkologie2015.de/begleittherapie/neutro_index.htm
(3) http://www.trillium.de/zeitschriften/trillium-krebsmedizin/archiv/heft-12014/chemotherapie-lebensgefaehrliche-nebenwirkung-febrile-neutropenie.html

 

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