Chronische lymphatische Leukämie

Chronische lymphatische Leukämie führt zu Vermehrung der Lymphozyten

Die chronische lymphatische Leukämie führt zu einem starken Anstieg der weißen Blutkörperchen im Körper. Es handelt sich um die häufigste Art von Leukämie unter Erwachsenen. Sie tritt überwiegend bei Personen im höheren Lebensalter mit einem Altersdurchschnitt von 60 bis 70 Jahren auf.

Leukämie Symptome

 

Chronische lymphatische Leukämie (CLL) – Erkrankung des lymphatischen Organsystems

Die vorgestellte Krebserkrankung gilt als eine bösartige Krankheit, die das lymphatische System betrifft. Letzteres besteht aus den Lymphknoten, den Lymphozyten sowie den Lymphgefäßen, den Lymphen und den lymphatischen Organen.

Das System hängt stark mit dem Immunsystem und dem blutbildenden System zusammen.

Als Zellen besitzt das lymphatische System die Lymphozyten. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und übernehmen wichtige Aufgaben in der Immunabwehr. Liegt eine – mit „CLL“ abgekürzte – chronische lymphatische Leukämie vor, kommt es zu Fehlern bei der Entstehung der Lymphozyten. Der Körper bildet entweder zu viele der genannten weißen Blutkörperchen oder die Lymphozyten reifen nicht aus.

Symptome der CLL: angeschwollene Organe, Müdigkeit und erhöhte Blutungsneigung

Optisch verändern sich die Lymphozyten nicht und behalten ihr normales Aussehen. Dennoch reduziert die Krankheit die Abwehrfunktionen der Zellen. Die funktionsunfähigen Lymphozyten befinden sich im Knochenmark, in der Milz und in den Lymphknoten.

Infolge der bösartigen Erkrankung schwellen die folgenden lymphatischen Organe an:

  • die Milz,
  • die Leber,
  • die Lymphknoten am Hals, in den Leisten sowie unter den Achseln.

Je mehr sich die kranken weißen Blutkörperchen vermehren, desto mehr Platz nehmen sie im Knochenmark in Anspruch. Dort verdrängen sie die gesunden Komponenten des Blutes. Infolgedessen droht eine Blutarmut, da nicht mehr ausreichend rote Blutkörperchen für den Sauerstofftransport zur Verfügung stehen. Der Patient bemerkt in diesem Fall Schwäche- und Müdigkeits-Symptome. Eine zu geringe Produktion an Blutplättchen sorgt für eine erhöhte Blutungsneigung.

 

Diagnose der CLL durch Untersuchung der Eiweiße auf den Lymphozyten

Trotz der angeführten Symptome verläuft die chronische lymphatische Leukämie in den meisten Fällen sehr langsam. In den ersten Jahren zeigen sich oftmals keine Beschwerden. Deshalb entdecken die Ärzte die Krankheit häufig im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung. Als Indikator gilt beispielsweise ein zu hoher Wert der weißen Blutkörperchen im Blutbild.

Besteht der Verdacht einer CLL, führt der Arzt genauere Untersuchungen durch, um die Diagnose zu beweisen. Die zuverlässigste Methode stellt die Immunphänotypisierung der Lymphozyten dar. Die Methode identifiziert, welche Eiweiße auf der Oberfläche der Lymphozyten auftreten. Die Eiweiße bei einer CLL unterscheiden sich deutlich von der Oberflächen-Beschaffenheit gesunder Zellen. Bei Bedarf entscheidet sich der Arzt zusätzlich für eine Knochenmarkpunktion, um endgültige Sicherheit zu erlangen.

Eine chronische lymphatische Leukämie befällt meistens das gesamte lymphatische System. Nach der Diagnose empfiehlt sich deswegen die Untersuchung sämtlicher Komponenten des Systems. Der Arzt tastet alle oberflächlichen Stationen der Lymphknoten ab. Zusätzlich schließt sich eine Untersuchung der inneren Organe mittels Ultraschall an. Außerdem bietet sich eine Computertomografie an.

Abhängig von den Ergebnissen seiner Untersuchung legt der Arzt das aktuelle Fortschrittsstadium der CLL fest. Hierfür gibt es zwei akzeptierte Einteilungssysteme namens „Binet“ und „Rai“. Die Einteilung erfolgt nach der Einschränkung der Blutbildung sowie den Symptomen am lymphatischen System.

 

Behandlung nach dem Auftritt von Symptomen

Da die vorgestellte Leukämie-Form bei den meisten Patienten langsam verläuft, verursacht sie zunächst keine Beschwerden. Häufig besteht in den ersten Jahren der Krankheit keine Notwendigkeit einer Behandlung. Der Arzt ergreift geeignete Maßnahmen erst, wenn Symptome wie zu große Lymphknoten auftreten. Schreitet die Leukämie rasch fort,gestaltet sich die Situation anders. In diesem Fall beginnt die Behandlung kurz nach der Diagnose.

Um die Leukämie-Art zu behandeln, existieren zwei unterschiedliche Optionen: die Immun- sowie die Chemotherapie. Die Chemotherapie zielt auf ein Abtöten der kranken Zellen mittels Medikamente ab. Allerdings wirkt sich die Therapie gleichermaßen auf die gesunden Zellen aus. Das führt zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Haarausfall.

Bei der Immuntherapie erhält der Patient hergestellte Eiweiße, welche die Krebszellen angreifen. Es handelt sich hierbei um gentechnisch hergestellte Abwehrkörper, die der Patient in wöchentlichen Infusionen bekommt. Die Therapie führt in den meisten Fällen zu einer Reduzierung der Lymphozyten-Zahl. Eine Kombination mit einer Chemotherapie erhöht den Effekt.

Zusammengefasst tritt die vorgestellte chronische lymphatische Leukämie überwiegend bei Personen im höheren Lebensalter auf. Da die bösartige Krebserkrankung in der Regel langsam verläuft, reduziert sie die durchschnittliche Lebenserwartung nicht. Bedarf an einer Behandlung besteht erst, wenn sich Symptome am lymphatischen System zeigen.

 

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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