Basophile Granulozyten

Basophile Granulozyten sind die kleinste Untergruppe der Granulozyten, die sich zu den weißen Blutkörperchen, den sogenannten Leukozyten zählen. Sie nennen sich basophile Granulozyten, da sie sich durch basophile Vesikel im Zytoplasma auszeichnen. Vesikel sind kugel- oder eiförmige Zellstrukturen. Der Ausdruck „basophil“ kommt aus der Chemie. Verwendung findet er für Substanzen, die funktionelle Gruppen oder Eigenschaften aufweisen, die auf Basen sauer reagieren und mit ihnen eine Säure-Base-Reaktion produzieren.

Blutbahn mit Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten

Basophile Granulozyten –
die kleinste Einheit der weißen Abwehr

Die basophilen Granulozyten haben wie die restlichen Leukozyten die Aufgabe der Immunabwehr und gehören zum unspezifischen zellulären Immunsystem.

Entstehung und Physiologie der basophilen Granulozyten

Basophile Granulozyten entstehen aus oligopotenten myeloischen Stammzellen (CMP), die sich im Knochenmark befinden. Aus den CMPs entwickeln sich uni- oder bipotente Stammzellen, die sich zu Zellkolonien (CFU) zusammenfinden.

Die Zellkolonie, in der es zur Bildung von basophilen Granulozyten kommt, nennt sich CFU-BASO. Aus dieser Zellkolonie entstehen die Basophiloblasten. Durch Ausdifferenzierung entwickeln sie sich zu basophilen Granulozyten. In den Vesikeln der basophilen Granulozyten sind die Botenstoffe Histamin, Heparin, Serotonin und weitere Mediatoren enthalten.

Über Rezeptoren, die sich an der Zelloberfläche befinden, erfolgt die Ausschüttung der Botenstoffe. Basophile Granulozyten interagieren mit anderen weißen Blutkörperchen in einer allergischen Sofortreaktion wie dem Heuschnupfen.

Zweck und Normalwert der basophilen Granulozyten

Basophile Granulozyten spielen eine wichtige Rolle innerhalb des menschlichen Immunsystems. Sie sind für die Steuerung allergischer Reaktionen und die Abwehr von Parasiten zuständig.

In einem Differenzialblutbild sind normalerweise bis zu 50 oder bis zu 100 basophile Granulozyten pro Mikroliter zu finden. Dies macht ein Prozent der Leukozyten insgesamt aus. Das Phänomen unterschiedlicher Werte verschiedener Labors hängt mit den jeweiligen Referenzwerten zusammen. Liegt eine Vermehrung der basophilen Granulozyten vor, spricht der Mediziner von einer Basophilie, bei einer Verminderung von einer Basopenie.

Werte für erhöhte basophile Granulozyten?

Der isolierte Anstieg des Wertes für die basophilen Granulozyten ist äußerst selten. Häufiger ist die Basophilie mit einem Anstieg der eosinophilen Granulozyten verbunden. Mögliche Ursachen für erniedrigte Werte sind:

  •         allergische Erkrankungen,
  •         Colitis ulcerosa, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung,
  •         rheumatoide Arthritis, die im jungen Erwachsenenalter auftritt,
  •         Erkrankungen, die auf Parasiten zurückgehen,
  •         Bluterkrankungen wie chronische myeloische Leukämie (CML), Polyzythämie und ideopathische Myelofibrose,
  •         Erkrankungen, die mit dem Symptom einer Hyperlipidämie einhergehen wie Nephropathien, Myxödem und Diabetes mellitus.

Ist ein Patient an CML erkrankt, deutet eine steigende Basophilie daraufhin, dass er weiter schwerer erkrankt.

Werte für niedrige basophile Granulozyten?

Der Wert der basophilen Granulozyten sinkt meist zusammen mit dem Granulozytenwert insgesamt. Mögliche Ursachen für eine Basopenie sind:

  •         ein erhöhter Wert des Steroidhormons Glukokortikoid, wie er beim Cushing-Syndrom auftritt,
  •         eine Überfunktion der Schilddrüse, der sogenannten Hyperthyreose,
  •         eine Strahlentherapie,
  •         Stress,
  •         der Einfluss von Medikamenten.

Bei Frauen kommt es während der Ovulation zu einem Abfall von 50 Prozent gegenüber dem Vorwert an basophilen Granulozyten. Bleiben die Werte dauerhaft niedrig, ist eine mögliche Abwehrschwäche die Folge.

Aussagekräftig sind die einzelnen Werte nur, wenn sie der behandelnde Mediziner im Hinblick auf Vorerkrankungen und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten interpretiert. Andere Blutwerte im Differenzialblutbild sind dabei ebenfalls zu bedenken. Besonders niedrige Werte sind interpretativ, da der Normalwert der basophilen Granulozyten bereits so gering ist.

 

 veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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