aktualisiert 17.02.2015: Anna Nilsson, med. Kontrolle K.Dittrich,

Leukozyten – Funktionen und Erkrankungen

Das Informationsportal zu Leukozyten informiert Sie zur Funktionsweise und den Aufgaben der für das Immunsystem wichtigen Blutzellen. Bei den Leukozyten handelt es sich um weiße Blutkörperchen den  kernhaltigen Zellen im menschlichen Blut. Sie haben einen großen Einfluss auf Autoimmunkrankheiten, allergische Reaktionen, Wurminfektionen, bakterielle Infektionen und Entzündungen.

Leukozyten sind unsere wirksamsten Immunzellen und für die Abwehr schädlicher Stoffe, Keime und Krankheitserreger verantwortlich.

Blutsystem im menschlichen Körper

Aktuelle Themen & Fakten:


Leukozyten – Die Definition der Weißen Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen werden nicht umsonst liebevoll als die Blutpolizei bezeichnet. Krankheitserreger werden gezielt bekämpft, was den Körper vor einer Ausbreitung von Infektionen schützt. Wenn diese vermehrt im Urin auftreten, dann bezeichnet man das als Leukozyturie. Die Ursachen können hierfür sehr vielfältig sein.

Leukozyten sind keine eigenständige Zellsorte, sondern eine Familie von Blutzellen, die im menschlichen Immunsystem viele verschiedene Funktionen innehaben. Nach morphologischen Kriterien können Leukozyten in Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten eingeteilt werden.

Die Aufgabe der Zellen besteht darin, für den Organismus schädliche Stoffe bzw. Krankheitserreger auszuschalten. Dazu gehören Viren, Bakterien, Toxine, Tumorzellen, körperfremde Partikel, Pilze, Würmer und Protozoen (Einzeller).

Dabei übernehmen die einzelnen Untergruppen der Leukozyten verschiedene Funktionen innerhalb des Immunsystems, so z. B. Die Phagozytose, die Markierung von Antigenen sowie die Bekämpfung körpereigener und körperfremder Zellen und Krebszellen.

Zur Phagozytose sind beispielsweise Neutrophile Granulozyten, Monozyten, Makrophagen und Dendritische Zellen fähig, die Bestandteile der unspezifischen Abwehr sind. Da sie Fremdmaterial aufnehmen und unschädlich machen, werden sie auch als Fresszellen bezeichnet.
Hingegen produzieren B-Lymphozyten, die zur spezifischen Abwehr gehören, nach geeigneter Stimulation Antikörper, die sich speziell gegen schädigende Stoffe oder bestimmte Erreger richten.
Die Koordination zwischen spezifischer und unspezifischer Abwehr übernehmen die T-Lymphozyten.

Die Zellen sind auch an Entzündungen beteiligt und können diese durch freigesetzte Botenstoffe wie Zytokine und Leukotriene aufrechterhalten, modulieren oder beenden. Außerdem spielen Leukozyten bei Autoimmunerkrankungen eine nicht unwesentliche Rolle.

Die Leukozyten, die quasi die Wächter des Immunsystems sind, patrouillieren auf der Suche nach Erregern oder zu vernichtenden Zellstrukturen permanent im gesamten Organismus. Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, dient den Leukozyten der Blutkreislauf.

Auf ihrem Weg durch diesen tasten die Leukozyten systematisch die Wände der Gefäßzellen nach Stoppsignalen ab, die z. B. Krebszellen anzeigen. In jeder Minute dringen zudem Hunderte von Leukozyten in das Gewebe ein, wo sie nach Entzündungen und Verletzungen suchen. Hierzu rollen sie an den Wänden der Zellen entlang und suchen dort nach speziellen Strukturen, durch welche die Leukozyten einen solchen Zustand erkennen können.

Im Zusammenhang mit Leukämien kommt es zur Umwandlung einzelner Untergruppen der Leukozyten zu Tumorzellen. Die Lymphozyten sind hiervon am häufigsten betroffen. Diese Krankheit entsteht im Knochenmark, wo die Tumorzellen in Kontakt mit dem Blutstrom kommen und sich dadurch im gesamten Körper verteilen. Ihr massenhaftes Auftreten führt zu Krankheitssymptomen in allen Organen. Vor allem im Knochenmark verdrängen die Tumorzellen normale Leukozyten, Thrombozyten und Erythrozyten und behindern so deren Bildung. Die Betroffenen sind müde, blass, neigen zu Blutungen und fühlen sich allgemein krank. Gleichzeitig werden sie anfällig für Infektionen, weil die mutierten Leukozyten ihre Funktion hinsichtlich der Immunabwehr nicht erfüllen.

Wenn eine Infektion mit dem Humane Immundefizienz-Virus (HIV) vorliegt, vermehr sich dieses über T-Helferzellen. Deren Zahl wird nach und nach geringer, bis es zum Zusammenbruch der gesamten Immunabwehr kommt und die Symptome des AIDS auftreten. Opportunistische Infektionen können hier zum Tod führen. Ein charakteristisches Beispiel für eine derartige Infektion ist eine durch Pneumocystis jirovecii verursachte Lungenentzündung, an der gesunde Menschen äußerst selten erkranken.

Adhäsionsdefizite sind extrem seltene erbliche Glykoproteinbiosynthese-Störungen, die ebenfalls mit den Leukozyten in Zusammenhang stehen. Diese Störungen führen zu geistigen sowie körperlichen Behinderungen und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Neun verschiedene Subtypen dieser Erkrankung sind derzeit bekannt. In Europa wird die Zahl der Erkrankten auf 300 geschätzt. Charakteristisch hierfür ist eine Leukozytose ohne erkennbaren Grund. Bei diesem Krankheitsbild ist die Adhäsionsfähigkeit der Leukozyten an die Blutgefäßwand erheblich eingeschränkt. Auch in der Veterinärmedizin ist dieses Krankheitsbild bekannt.

Welche Arten gibt es?

Die verschiedenen Formen der weißen Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen spielen bei der Abwehr von Krankheitserregern eine tragende Rolle. Gleichzeitig schützen sie vor Fremdkörpern und schädlichem, körpereigenen Gewebe.

Von ihnen gibt es unterschiedliche Arten mit einer Vielzahl an Aufgaben:

  • Lymphozyten
  • Monozyten
  • Granulozyten
  • Basophile Granulozyten
  • Eosinophile Grnulozyten
  • Neutrophile Granulozyten

Definition und Bedeutung

Die weißen Blutzellen finden sich im Blut, im Knochenmark, in den lymphatischen Organen oder anderen Körpergeweben. Sie treten bei bakteriellen Infektionen, Wurminfektionen, Entzündungen, bei allergischen Reaktionen und Autoimmunkrankheiten in Aktion. Demnach übernehmen sie die Abwehr körperfremder Strukturen. Aus diesem Grund stellt der Begriff „Immunozyten“ (Immunzellen) eine analoge Namensgebung dar.

Die unterschiedlichen Arten der weißen Blutzellen

Es gibt zahlreiche Varianten, um die verschiedenen Arten zu kategorisieren. In der lymphatischen Reihe existieren die Lymphozyten. Sie teilen sich in B-Lymphozyten, T-Lymphozyten und NK-Zellen. Ebenfalls beinhalten die Arten der Leukozyten die myeloide Reihe. Hier präsentieren sich die Monozyten, die Granulozyten, die Mastzellen und die dendritischen Zellen.

Nach der Funktion unterteilen sich die weißen Blutkörperchen im Wesentlichen in drei Gruppen. Hierbei zeigen von den verschiedenen Arten der Leukozyten ausschließlich die Granulozyten, die Lymphozyten und die Monozyten Bedeutung.

Die Granulozyten als „Polizisten“ im Körper

Bei den diversen Arten der Leukozyten bilden die Granulozyten die größte Gruppe. Sie machen etwa 60 bis 70 Prozent der weißen Blutkörperchen aus. Im Organismus übernehmen sie die Abwehr möglicher Eindringlinge. Dazu gehören Bakterien, Viren oder Parasiten. Demnach fungieren die Granulozyten als „Universal-Polizisten“ im Körper.

Nach ihrer Entstehung im Knochenmark gelangen sie durch Abgabe ins Blut. Nachdem sie dieses verlassen, treiben sie in die verschiedenen Gewebe. Dabei leben sie ausschließlich einige Stunden. Aufgrund spezieller chemischer Prozesse transportiert der Organismus diese Blutzellen an Orte, an denen ein Fremdkörper-Befall herrscht.

Aus den Wunden austretender Eiter stellt das Resultat ihrer Tätigkeit dar. Dieser besteht aus Zellbestandteilen, den Leukozyten-Fragmenten und den zerstörten Krankheitserregern. Ein Großteil der Granulozyten setzt Stoffe zur Blutgerinnung frei, die eine Gerinnsel-Bildung verhindern.

Die Lymphozyten – körpereigene „Organisatoren“

Vorwiegend beinhalten Lymphgefäße und Lymphknoten die Lymphozyten. Dazu zählen im gleichen Fall die Milz, die Mandeln und der Thymus. Lymphozyten umfassen in der Regel 20 bis 30 Prozent der weißen Blutkörperchen.

Während die Granulozyten Eindringlinge abwehren, wirken die Lymphozyten als „Organisatoren“ im Körper. Sie steuern die Granulozyten. Die Zellen leben jahrzehntelang im Körper und bilden Antikörper, welche den Organismus gegen Krankheitserreger immunisieren. Da diese Eiweißstoffe sich auf bestimmte Fremdkörper spezialisieren, unterstützen sie die Tätigkeit der Granulozyten.

Monozyten als „Fresszellen“ im Organismus

Die zahlenmäßig kleinste Gruppe der weißen Blutzellen stellen die Monozyten dar. Sie nehmen zwei bis sechs Prozent des Leukozyten-Volumens im menschlichen Körper ein und existieren ein bis zwei Tage. Von den Arten der Leukozyten gelten sie als die größten, denn im Blut gibt es keine größeren Zellen als die Monozyten. Ähnlich wie die Granulozyten vernichten die Monozyten körperfremde Partikel. Diese fressen und verdauen sie. Davor wandeln sich die Monozyten in die Makrophagen um und verrichten als „große Fresszelle“ ihre Aufgaben.

Durch die Beteiligung dieser Zellen an den Abwehrfunktionen des Körpers zeigen sich die Leukozyten unerlässlich für das menschliche Immunsystem. Dabei spielt im besonderen Maße die Vielzahl der Leukozyten-Arten eine wichtige Rolle. Im Fall einer Infektion erfolgt eine vermehrte Bildung der Leukozyten. Dies geschieht, damit sie eine hohe Anzahl an Krankheitserregern bekämpfen.

Erkrankungen

Leukopenie, Leukozytopenie

  • Virusinfektionen wie z.B. FelV und Katzenseuche
  • Schockzustände
  • Kreislaufschwäche
  • Bakterielle Infektionen
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
  • Baufellentzündung
  • Brustfellentzündung

Leukozytose 

  • Aufregung und Unruhezustände
  • Angstzustände und Stress
  • Vergiftungen
  • Pilzerkrankungen
  • bakterielle Infektionskrankheiten
  • Urämie
  • Leukämie
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Bestimmung der Leukozyten

Um die Anzahl genau bestimmen zu können ist es notwendig, dass in einem Labor ein Differenzialblutbild angefertigt wird.

Gliederung der Gesamtleukozytenanzahl

  • 3-5 % stabkernige neutrophile Granulozyten
  • 50-70 % segmentkernige neutrophile Granulozyten
  • 1-3 % eosinophile Granulozyten
  • 0-1 % basophile Granulozyten
  • 3-7 % Monozyten
  • 25-45 % Lymphozyten

Alle sechs Untergruppen sind für verschiedene Funktionen im Inneren des Körpers verantwortlich.

Alle weißen Blutkörperchen stammen von ein und derselben „Hauptzelle“ ab.

Die pluripotente Stammzelle auch Vorläuferzelle bezeichnet enthält alle Anlagen die für die Entwicklung der weißen Blutkörperchen wichtig sind. Ein Großteil der weißen Blutkörperchen wird dabei im Knochenmark produziert.

Notwendigkeit einer medizinischen Kontrolle

  • Verdacht auf Entzündungen oder Infektionen
  • Anämie (Blutarmut), Vermehrung der Blutzellen im Knochenmark und Leukämie
  • Therapie mit Immunsuppressiva oder Bestrahlungen, einer regelmäßigen Einnahme von zellvermehrende Medikamente, Schilddrüsenmedikamente
  • Verbrennungen oder Infarkte
  • Vergiftungen
  • Autoimmunkrankheiten, Bindegewebserkrankungen

Werte

NORMALWERTE SI-Einheit alte Einheit
Erwachsene 4 – 10 *109/l 4 – 10 Tausend/µl
Schulkinder 5 – 15 *109/l 5 – 15 Tausend/µl
Kleinkinder 6 – 17,5 *109/l 6 – 17,5 Tausend/µl
Neugeborene 9 – 30 *109/l 9 – 30 Tausend/µ

Ursachen niedriger Werte

  • Knochenmarkerkrankungen
  • Therapien mit Bestrahlungen oder Antikrebs-Medikamenten
  • Viruserkrankungen
  • bakterielle Erkrankungen wie zum Beispiel Brucellose oder Typhus
  • Überfunktion der Milz

Ursachen hoher Werte

  • Entzündungen wie zum Beispiel Lungen- oder Blinddarmentzündungen
  • Krankhafte Vermehrung der weißen Blutzellen oder Leukämie
  • Polycythämia vera (unkontrollierte Vermehrung der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen)
  • übermäßiger Tabakkonsum

Video Erklärung:

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